Welche Kompetenzen Athletiktrainer wirklich brauchen! Im Gespräch mit Thorsten Ribbecke, Trainerakademie Köln.
Shownotes
Kompendium-Athletiktraining: https://www.amazon.de/Kompendium-Athletiktrainings-Praxisleitfaden-Trainerakademie-Krafttrainings-Methoden/dp/3948277397
Fortbildungskonzept: https://www.trainerakademie-koeln.de/sites/default/files/fortbildungskonzept_quer.pdf
Mehr zum Diplom Trainer Studium: https://www.trainerakademie-koeln.de/sites/default/files/Trainerakademie_Curriculum_2021.pdf
Trainerfunk, der Podcast der Trainerakademie: https://www.trainerakademie-koeln.de/aktuelles/2024/09/26/trainerakademie-podcast-geht-den-start
Buch Leistungsreserve-Athletiktraining: https://philippka.de/shop/leistungsreserve-athletiktraining/
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00:00:00: Hallo liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, hier ist der Marek vom PULSCHCAST.
00:00:04: Ich bin heute in Köln und sitze zusammen mit dem Thorsten Rebekke.
00:00:08: Hallo Thorsten.
00:00:09: Ja, hallo Marek, freut mich.
00:00:11: Thorsten, wir sind hier im Gebäude der Trainerakademie Köln oder wie es vollständig heißt
00:00:16: Trainerakademie Köln des DOSB.
00:00:19: Und ich habe es nochmal auf der Website nachgelesen.
00:00:22: Die Trainerakademie bezeichnet sich selbst als die zentrale Aus- und Fortbildungsstätte
00:00:28: für Trainerinnen und Trainer in Leistungssport.
00:00:31: Absolut, das würde ich genauso mitgehen.
00:00:35: Wäre auch verwunderlich, wenn das auf unserer Seite steht und ich das nicht tue.
00:00:39: Ja, beschreib doch mal deine Aufgaben, die du in der Organisation wahrnimmst und sag
00:00:44: mal vielleicht noch ein, zwei Worte zu deinem Werdegang, wie bist du dazu gekommen hier
00:00:48: zu arbeiten.
00:00:49: Ja, ich kann ja kurz nochmal einen Satz zur Trainerakademie sagen.
00:00:53: Wir sind das höchste Ausbildungsinstitut auf jeden Fall vom DOSB, zumindest was den Leistungssport
00:01:00: eben angeht.
00:01:01: Man muss sich das so vorstellen, wenn man jetzt im Basketball unterwegs ist und man macht
00:01:05: dann in Fachverband die A, B, also C, B, A-Lizenz, dann hat man ja mit der A-Lizenz die höchste
00:01:13: Fachlizenz seines Verbandes und dann kann man bei uns, Sportartübergreifend, noch den
00:01:17: Diplom-Trainer eben durchführen.
00:01:20: Wir haben das drei Jahre Berufsbegleiten, das ist so unser Hauptarbeitsfeld hier an der
00:01:24: Akademie.
00:01:25: Wir haben dort Sportartübergreifend dann wirklich tolle Leute, also jetzt im aktuellen
00:01:32: Kurs haben wir dann aktuellen Kurzen, haben wir so Leute wie Erik Lesser, Claudia Pechstein,
00:01:37: Christina Vogel, Björn Kirch Eisen, also wirklich auch bekannte Ex-Sportler, die jetzt
00:01:41: im Weg zur Trainerlaufbahn einschlagen und wir haben zusätzlich dazu noch natürlich
00:01:47: andere Ausbildungen hier, da kommen wir dann auch direkt zu meinem Arbeitsfeld, denn wir
00:01:52: haben die DSB Sport Physiotherapie in der Organisation bei uns, wir haben die Nachwuchstränerausbildung,
00:01:59: auch ein DSB-Zertifikat, wir haben eine Langhandeltrainerausbildung bei uns angesetzt, die über Langhandel
00:02:06: Athletik läuft, über Martin Savier und Christian Thomas und wir haben die DSB Athletiktrainerausbildung
00:02:13: und das ist in erster Linie mein Hauptarbeitsfeld, die Athletiktrainerausbildung, dafür bin ich
00:02:19: zuständig.
00:02:20: Ja, wen bin ich dazu gekommen, das ist dann so der Wehe in mein Werdengang, ich komme eigentlich
00:02:25: aus der Leichtathletik, ich habe leidenschaftlich Leichtathletikbetrieben, leistungssportmäßig,
00:02:31: aber mit mehr Leidenschaft als Talent und bin dann recht schnell in den Trainerjob
00:02:39: reingekommen, durch einen kleinen Zufall, habe an der Sporthochschule studiert, dort
00:02:43: auch mein Abschluss gemacht und bin dann an einem Aushang vorbeigelaufen, wo eine
00:02:50: Chancenchaftsvertretung für den TSV Bayern Dormagen gesucht wurde in der Leichtathletik
00:02:56: und wie das manchmal so im Leben ist, da denkt man gar nicht groß drüber nach, sondern nimmt
00:02:59: das Ding sofort in Angriff und ja, da wurden dann zehn Jahre daraus, ich war zehn Jahre
00:03:04: lang hauptwandlicher Trainer in der Leichtathletik, bin dann in den Jahren auch hier an der Trainerakademie
00:03:10: angekommen, habe dann hier auch noch mal ein Diplom Trainer gemacht, also zusätzlich
00:03:14: zum sportwissenschaftlichen Abschluss dann hier die sehr praxisorientierte Ausbildung
00:03:19: an der Akademie und bin dann in Dormagen, wer sich am Stützpunkt Dormagen ein bisschen
00:03:25: auskennt, die haben eben mit Fechten, Schwimmen, Leichtathletik noch Handball da dran, bin
00:03:31: dann irgendwann angefragt worden, ob ich nicht als Athletiktrainer für die Handballbundestiga-Mannschaft
00:03:37: tätig sein möchte und da habe ich auch nicht lange nachgedacht und das nahm dann einen
00:03:45: sehr tollen Verlauf, weil ich dann insgesamt acht Jahre in Handballbundestiga unterwegs
00:03:50: war und bin dann dem Kai Wandschneider, dem damaligen Cheftrainer nach Wetzlar dann gefolgt
00:03:56: habe, in Wetzlar dann auch sehr lange als Athletiktrainer gearbeitet, war eine tolle Zeit, wir hatten
00:04:01: zum Beispiel 216, glaube ich war das, wo Deutschland Handball Europameister wurde, hat eine Dreijungs
00:04:08: von uns eben dort im Team und selbst jetzt, weil als die Silbermedaille gewonnen wurde,
00:04:14: war noch mit Andi Wolf und Janik Kohlwacher, da waren auch noch zwei dabei, die habe ich
00:04:18: auch noch besucht im Trainingslager, bevor die nach Paris aufgetaucht sind, also da ist
00:04:23: auch noch...
00:04:24: Ist immer noch involviert.
00:04:25: Ja, das heißt ich fand es einfach schön, die waren so in der Nähe, da war ich dabei
00:04:28: und dann kam der Karateverband nachher noch auf mich zu, als ich mit dem Handball dann
00:04:36: das beendet hatte und dachte, wenn der Kampfsport mit Ball kann, dann kann er auch Kampfsport
00:04:43: ohne Ball und dann hatte ich das tolle Vergnügen, jemals eine Karate-Kumitee, also das sind die,
00:04:51: die wirklich zuschlagen dürfen, eine Kumiteekämpferin auf die olympischen Spiele vorzubereiten und
00:04:56: das war eine tolle Zeit und das war im Grunde auch ein toller Abschluss meiner bisherigen
00:05:02: Trainerlaufbahn, jetzt im Moment ist da eine Pause eingetreten.
00:05:06: Seit 2012 bin ich eben hier an der Akademie und leite eben auch die Ausbildung zum Leos
00:05:13: Beathletik Trainer.
00:05:14: Wir sind jetzt im nächstes Jahr, es ist Durchgang 18 und 19, da haben wir jetzt schon einiges
00:05:24: bewältigt und so sieht eben meine Arbeitsfeld aus, ich bin natürlich auch als Referent
00:05:29: im Diplom-Trainer-Schulingang tätig, mache mit Verbänden auch noch Workshops und andere
00:05:34: Geschichten.
00:05:35: Also wir haben hier 330 Veranstaltungstage an der Akademie, also hier fliegt uns manchmal
00:05:41: das Dach weg, vor lauter Leuten und ja, hier wird es nicht langweilig, sehr abwechslungsreich.
00:05:48: Hier ist ja so ein richtiges, ich bin gestern noch ein bisschen umgelaufen, das ist so
00:05:53: der Sport-Hotspot in Deutschland hier, dieses Gelände oder mit der Sporthochschule, es
00:05:58: ist zu wenig was mehr Sport ist in Deutschland.
00:06:01: Ja, also wir haben, wenn man sich jetzt die Sporthochschule als Universität für Sport
00:06:07: eben ansieht, das ist glaube ich zumindest die größte in Europa, wenn nicht sogar weltweit.
00:06:12: Ich glaube Shanghai ist noch ein Tickengrösser, wie alles so in China, aber was so eine Universität
00:06:20: Richtung Sport angeht, ist das hier der Campus schon ein riesen Ding, wobei man dann immer
00:06:25: unterscheiden muss, weil wir als Akademie unterstehen in erster Linie den Fachverbänden und auch
00:06:31: den Landes-Sportbünden und Olympiastützpunkten, das sind alles Mitglieder, weil wir sind ein
00:06:36: Verein im Grunde genommen.
00:06:38: Ja, das wollte ich auch mal fragen, gut, das ist das.
00:06:39: Ja, also wir werden vom Bundesministerium fürs Innere, vom Land NRW und vom DSB, werden
00:06:44: wir unterstützt und getragen und sind demnach auch ein Non-Profit-Verein, wenn man so beschreiben
00:06:53: will und in erster Linie wirklich nur dazu da, als Servicestation für die Trainer aus
00:07:01: und Fortbildung zu dienen und das ganz stark eben fokussiert auf den Leistungssport.
00:07:07: Machen wir nochmal einen Schritt zurück, einige Zuhörer sind sicher nicht aus der Szene oder
00:07:16: der Branche, der Begriff oder Athletiktrainer, Athletiktraining.
00:07:22: Wenn es einer erklären kann, dann du, aber ich glaube halt viele denken, das ist irgendwie
00:07:28: so eine spezielle Art von Personaltraining oder ist irgendwie so was wie Krafttraining
00:07:32: oder versuch mal oder näher dich mal dem Begriff, du als einer der Experten auf dem Gebiet, was
00:07:40: ist Athletiktraining für jemand, der unbedarflich ist?
00:07:44: Ja, ich könnte jetzt eine Definition runterrattern, das ist aber für alles viel zu langweilig.
00:07:49: Man muss sich das eben so vorstellen, dass man ein weiteres Mitglied eines Betreuerstabes
00:07:57: ist und je nach Sportart ist es der Athletiktrainer oder die Athletiktrainerin natürlich auch,
00:08:07: hat einen sehr, sehr wichtigen Part und manche eher jetzt vielleicht nicht so groß eingebunden
00:08:15: in diesem ganzen Betreuerstab.
00:08:16: Wenn wir jetzt mal beim Handball sind, wo wir eben von Sprachen, dann stellt sich das so
00:08:24: da, dass der Simon Oberkamp als Bundestrainer Athletik im Deutschen Handballbund dann wirklich
00:08:30: mit den Spielern recht viele wichtige Dinge eben bearbeitet, was so was Thema Bewegungsqualitäten
00:08:37: angeht, also Grundbewegungsqualitäten, das Thema Stressreservat und Reagination eben
00:08:43: mit denen auch dann schon antriggert und natürlich Kraft, Kraftentfaltung, Schnelligkeit,
00:08:50: Beruf, Zweikampf, also diese ganzen Zulieferleistungen mit denen er arbeitet und vielleicht auch
00:08:56: noch im Bereich Ausdauer mit denen unterwegs ist.
00:08:58: Also wir haben, das ist einer der ersten Punkte zum Beispiel, die wir in der Ausbildung haben,
00:09:04: wo wir ganz klar definieren, okay, was ist das Arbeitsfeld eines Athletiktrainer?
00:09:07: Denn da sind dann die Kompetenzen auch, die wir natürlich in der Ausbildung dann auch
00:09:13: vermitteln angesetzt, aber manche Institutionen, manche bei einem Wissen haben wir selbst nicht,
00:09:20: also es weiß dann nicht nur der einfache Zuschauer im Fernsehen oder der einfache
00:09:24: Zuhörer jetzt in dem Fall, weiß manchmal nicht, wo die Kompetenzfelder liegen, manchmal
00:09:29: wissen sie eben die Institutionen oder Verbände auch nicht.
00:09:32: Und da wäre es schon ganz gut, dass zumindest der Trainer weiß und somit setzen wir das
00:09:39: dann ziemlich klar fest, dass wir sagen, okay, also Regeneration ist so eine Ebene, die braucht
00:09:44: sowieso jeder Mensch, ob ich jetzt arbeite im Büro oder ob ich Leistungssportler bin,
00:09:50: ist es schon gut, wenn ich richtig schlafe, wenn ich gut mich ernähre und wenn ich vielleicht
00:09:57: in meiner Atmung mich optimiere, dass wenn so drei große Säulen, wo wir sagen, das muss
00:10:03: stimmen und dann muss der Athletiktrainer zumindest so eine Grundkompetenz besitzen.
00:10:09: Das steht auch alles in dem Lehrplan, ich habe mir den vorher mal geschaut, der werde ich
00:10:13: dann vielleicht auch mal in die Shownotes noch reinpacken, das ist ziemlich spannend,
00:10:17: wie ganzheitlich diese Ausbildung ist.
00:10:20: Ja, also zumindest muss der Trainer aus dieser Ebene angeht eine gewisse Grundkompetenz
00:10:26: haben.
00:10:27: Natürlich, wenn es jetzt wirklich ins Detail geht, es gibt Ökotrophologen zum Beispiel,
00:10:31: die dann eben ganz klar eine Sache bearbeiten, da muss man dann einfach an den Experten
00:10:35: weitergeben.
00:10:36: Aber der erste Ansprechpartner ist eben auf der Athletiktrainerin, kommt die Spielerin
00:10:39: eben zu ihm hin und sagt so, ich habe so schlecht geschlafen, aber nicht nur einmal, sondern
00:10:46: weiß ich nicht jetzt die ganze Woche.
00:10:48: Dann geht man so ein paar Sachen durch und selbst da gibt es Experten dann später für,
00:10:54: wenn man dann eben nicht mehr weiter kommt.
00:10:56: Die zweite Ebene ist in unseren Augen dann so das Thema Bewegungsqualität und Bewegungseffizienz.
00:11:02: Das wird vor allem in der Diagnostik oft vernachlässigt, weil alle machen Kraft und
00:11:06: Ausseuer, Diagnostik in ihren Sportarten.
00:11:09: Aber woher weiß ich denn im Vorfeld, ob ich überhaupt jemanden zum jetzt, ich mache
00:11:15: es mal ganz plakativ, ob ich den Unterlast stellen kann, unter eine Kniebeuge stellen
00:11:19: kann und dann muss das zwei Beine und soll das zwei Beine nicht durchführen.
00:11:22: Woher weiß ich denn, dass beide Beine gleich funktionieren oder beide Sprunggelenke, zumindest
00:11:28: die oberen Sprunggelenke, die gleiche Beweglichkeit haben.
00:11:30: Dann sehe ich plötzlich Unterlast von außen, dass die Bewegung unrund ist, dass der komisch
00:11:38: rotiert oder das dann zu einer Seite ein Stück weit wegkippt, so wegschiftet.
00:11:42: Und das ist natürlich schlecht, wenn ich das erst sehe, wenn derjenige Unterlast ist.
00:11:46: Und da wietet sich natürlich an, vorher gewisse Grundkompetenzen der Bewegung von denjenigen
00:11:53: abzuprüfen.
00:11:54: Das gibt die gängigsten Tests.
00:11:57: Die FMS ist so eine Geschichte und Y Balance, das sind so die Klassiker.
00:12:01: Es gibt aber ein Pre-Interest-Screen von der VBG, der recht umfangreich ist, SFMA.
00:12:07: Auch da ist dann eben der Punkt, wenn es da nicht, wenn es dazu wild wird, dann muss
00:12:12: man einem Physiotherapeutin oder im schlimmsten Fall mal einen Arzt heranziehen.
00:12:16: Also das ist so diese zweite Ebene, wo wir ganz kümmer sagen, da ist ja Athletiktrainer,
00:12:21: sollte gewisse Grundkompetenzen haben und dann natürlich auch in der Kommunikation mit anderen
00:12:26: Experten dann auf jeden Fall das so abklären, dass man dann eben in die nächsten Ebenen
00:12:30: reingehen kann.
00:12:31: Und das wäre dann zum Beispiel das Thema Ausdauer oder wir zitteln es mit Energiesystemen.
00:12:36: Das ist dann in erster Linie auf Grundlagen Ausdauer als Aerobesystem oder auch so Lactaziderreize,
00:12:44: wo es dann richtig ätzend wird.
00:12:46: Das sind so die ekligen Läufe, wenn man merkt, so, also wenn man es richtig ausreizt, dann
00:12:52: hat man irgendwann Blutgeschmack im Mund und so.
00:12:54: Also das sind so die harten Geschichten, aber die eben auch in manchen Sportarten extrem
00:12:59: wichtig sind, zum Beispiel Eishockey ist hochlackt, da zieht, da ist es halt die gehen raus ins
00:13:03: Chaos, sind 45 Sekunden, eine Minute unterwegs und dürfen sich dann drei Minuten wieder erholen
00:13:10: und wissen in drei Minuten gar nicht mehr, wo sie sind.
00:13:13: Also da gibt es ja wirklich die wildesten Geschichten.
00:13:16: Und dann haben wir eben das Thema Kraftentfaltung und das ist für uns dann natürlich nicht nur
00:13:22: Kraft, so dass einer viel Bank drücken kann oder Kniebeuge schafft, sondern Kraftentfaltung
00:13:30: da zählen dann auch die ganze Zielbewegung zu, die dann Sprint, Sprung, Wurf, Zweikampf,
00:13:36: Geschichten, Landung, also so, solche Sachen, Richtungswechsel, manche umschreiben es mit
00:13:43: Agilität, da kann man sich aber auch über Definitionen streiten, offene Geschlossene
00:13:47: und so weiter.
00:13:48: Und da endet im Grunde die Kompetenz und manchmal ist es dann so, dass es dann gerade bei diesem
00:13:56: Thema Kraftentfaltung so Verzahnungen gibt, die sehr stark so schon ins Technische reingehen.
00:14:00: Aber um beim Handball zu bleiben, ich zeige keinem Handballer, wie er werfen soll als
00:14:07: Athletiktrainer.
00:14:08: Also das maße ich mir nicht an, das ist so eine spezifische individuelle Bewegung, die
00:14:15: hochtechnisch ist, die sich vielleicht dann Handballtrainer anschauen kann und auch noch
00:14:20: Tipps geben kann.
00:14:21: Aber wir gucken als Athletiktrainer dann in erster Linie, dass der in der Woche diese
00:14:26: 400, 500 Würfe aushält.
00:14:28: Also wir gucken, dass die Schulter stabil bleiben, Skapularführung und solche Geschichten, dass
00:14:33: das alles so hält, dass die Belastung aushaltbar ist.
00:14:36: Und ich wurde schon mal schräg angeguckt, als ich dachte, ja, ich werfe eigentlich nicht
00:14:42: im Handball-Atletiktraining.
00:14:44: Klar, man hat Medizinball in der Hand, aber man macht man vielleicht als Umsetzung nach
00:14:50: bestimmten Kraftübungen, wirft man mal ein paar Bälle hin und her, aber da ist man dann
00:14:55: raus.
00:14:56: Also alles, was so technisch, taktisch dann wird.
00:14:58: Also ob ich die Grenzen so wissen kann, woher ich so aufgucke.
00:15:02: Ja, genau.
00:15:03: Das ist so der schönste Fall.
00:15:04: Wie kann ich es am besten versauen?
00:15:05: Ich spreche mit den Spielern über irgendwelche technischen, taktischen Dinge, die eigentlich
00:15:09: dem Chef-Trainer zugeordnet sind.
00:15:15: Oder ich fange am besten noch irgendwas zu kritisieren.
00:15:17: Das ist so eine, also das sind dann eben die Ebenen, wo dann klar ist, okay, da bin ich
00:15:24: raus.
00:15:25: Normalerweise sollte man das von vornherein eben wissen, aber manche ...
00:15:28: Auf so Grenzen kommuniziert denn der Ausbildung auch?
00:15:31: Ja, da sagen wir, also da habt ihr mich zu suchen.
00:15:34: Außer ich habe schon eine Allizenz, bin hochqualifiziert als Handball-Trainer, wir bleiben jetzt mal
00:15:41: in dem Beispiel.
00:15:42: Eine Ebene haben wir jetzt komplett vergessen, die ist einfach die allererste Ebene, wo wir
00:15:48: auch sagen, da ist man als Athletiktrainer raus, ist eben die emotionale Wahrnehmungsebene,
00:15:55: die psychologische Ebene, also das Thema Motivation.
00:15:58: Nichts als so, trotz hat natürlich auch alles Einfluss darauf.
00:16:02: Also wenn ich meine Athletin stark mache und die dadurch mehr Überzeugung bekommt, dann
00:16:09: ist das natürlich ein toller Nebeneffekt.
00:16:11: Und es ist ja auch nicht so, dass wir alle Roboter sind und nicht miteinander kommunizieren,
00:16:15: sondern dass eine Beziehung zu den jeweiligen Leuten wichtig ist, Vertrauen und so.
00:16:20: Und damit natürlich, dass da auch alles natürlich Einfluss nimmt auf die Leistung.
00:16:24: Und wenn jemand mit einer tollen Rüstung in den Wettkampf geht und sich unschlagbar fühlt
00:16:30: und unheimlich stark, hat das natürlich auch einen tollen Effekt.
00:16:34: Aber klar ist natürlich, wenn dann stärkere mentale Probleme auftauchen, vor allem so
00:16:42: Wettkampfgeschichten und so, dann braucht man wirklich einen gut ausgebildeten Psychologen,
00:16:47: der da spezialisiert ist oder wirklich so mentale Probleme auftauchen, die dann irgendwann
00:16:52: eine Entwicklung sehr stark stören.
00:16:54: Es gibt ja auch nicht nur Sport, es gibt ja auch noch das Leben rechts und links und da
00:16:59: gibt es dann auch Einflüsse und vielleicht Tragödie und Verluste oder was auch immer.
00:17:06: Und das sind dann eben Dinge, da hat dann auch der Trainer nicht viel zu suchen.
00:17:14: Okay.
00:17:15: Nichtsdestotrotz die Grenzen, also hast du jetzt zwar klar gemacht, aber trotzdem ist
00:17:22: das Arbeitsfeld von so einem Athletiktrainer überraschend breit.
00:17:26: Ja.
00:17:27: Man hat auch eine ordentliche Diskrepanz zwischen öffentlicher Wahrnehmung, die vielleicht
00:17:31: sagt ja, das ist so der Fitness-Trainer und dem Selbstverständnis von so einem Athletiktrainer,
00:17:37: was der alles eigentlich auf der Kette hat.
00:17:40: Ja.
00:17:41: Arbeitet ihr daran auch, also in einer gewissen Form PR-Arbeit für das Berufsbild-Atletiktrainer,
00:17:46: um das zu stärken und auch in der Außendarstellung zu verbessern?
00:17:50: Ja, das sowieso.
00:17:52: Also das permanent allein dadurch, dass wir eben versuchen, die Kompetenzen der Trainer
00:17:59: so auszubilden, was wir dann draußen eben sich selbst besser vertreten können und klarer
00:18:05: das besetzen können.
00:18:07: Das Arbeitsfeld ist groß, es wird auch immer größer, was dann teilweise auch neue Herausforderungen
00:18:15: für uns birgt.
00:18:16: Also es ist in den letzten Jahren, es ist so einiges dazugekommen, wo wir uns dann auch
00:18:20: immer hinterfragen müssen, okay, müssen wir das jetzt wirklich in der Ausbildung dreinehmen,
00:18:25: als Thema Neuroathletik, RPR und was auch immer.
00:18:28: Das war in den letzten Jahren ein sehr großer Hype.
00:18:33: Wir warten dann immer erst ab, wir springen nicht immer überall drauf.
00:18:36: Raffi-R-Definement.
00:18:37: Reflexive Performance Reset.
00:18:40: Ist das auch Keldiz, hat das?
00:18:44: Jetzt ist auch keine neue Geschichte.
00:18:48: Hat das in den letzten Jahren immer mehr promoted und wir haben mittlerweile so ein, zwei Experten,
00:18:55: die das auch richtig gut in die Praxis überführen und es ist eigentlich auch sehr, sehr praxisorientiertes
00:19:01: Tool, wo man dann einfach Bewegung freischaltet und auch sehr individuell dann Leute sehr,
00:19:10: sehr schnell frei machen kann für Leistung, so komisch das klingt.
00:19:15: Wenn du so kurz zwischenfragen, wenn du solche neuen Elemente integrierst, das ist seit
00:19:22: dem letzten Jahr, hat sich viel verändert, was treibt dich da mehr?
00:19:26: Also ist das eher so die Wissenschaft und Forschung ständig neue Erkenntnisse oder
00:19:30: teilweise auch die Industrie oder Ausbildungsorganisationen, die neue Trends setzen und du musst mitmachen,
00:19:36: weil du sonst aus outdated wirkst, was treibt dich da mehr?
00:19:40: In erster Linie treibt mich die Rückmeldung aus der Praxis, die sagt so, da ist jetzt
00:19:47: was und das funktioniert und oft haben wir im Leistungssport den Fall, oder was das oft
00:19:55: eigentlich immer, eigentlich immer, dass die Praxis der ganzen Theorie, Studienlage, Wissenschaft
00:20:02: voraus ist.
00:20:03: Und das liegt in der Natur der Sache, dass ich natürlich als Trainerin, Trainer suche
00:20:10: ich den Potenzial mit Menschen, die ja auch nicht normal sind.
00:20:14: Also wir sprechen dann jetzt, wie gesagt, Handball-Nationalmannschaft, das sind ja keine normalen Menschen, also
00:20:21: im positiven Sinne.
00:20:22: Die sind verrückt im Kopf.
00:20:25: Also an die Wolfen, da ist alles, die haben sich herausgearbeitet aus einem Riesenpool
00:20:34: an Spielern, sind dann dort plötzlich 16 bis 20 Leute, die in so einer Nationalmannschaft
00:20:40: auftauchen, die sich durchgesetzt haben über Jahre, Jahrzehnte, um dann zu dem Besten im
00:20:47: ganzen Land zu gehören.
00:20:48: Und das geht nicht, wenn ich einen normalen Körper habe und das geht auch nicht, wenn
00:20:54: ich einen normalen Kopf habe.
00:20:56: Sich in einen Handball-Tor zu stellen, wie an die Wolfen und mir irgendwie aus 8 Metern
00:21:01: mit 110 km/h irgendwelche Bälle um die Ohren verfahren zu lassen, da muss ich schon ein
00:21:05: bestimmtes Mindset für haben.
00:21:08: Und dass man mit solchen Menschen auch nicht immer so die normalen Trainingsintervention
00:21:15: fahren kann, sondern neue Wege suchen muss.
00:21:18: Und manche Dinge, die in der klassischen Literatur beschrieben werden als beste Trainingsintervention
00:21:26: für die Entwicklung von Maximalkraft zum Beispiel, dann bei jemandem überhaupt nicht funktionieren
00:21:31: und ich dann vielleicht mal schauen, wie ist der, was ich, enzymatisch Mikrobiom, solche
00:21:37: Sachen aufgestellt, wenn man mit Ernährung vielleicht auch was bearbeiten, dass dann
00:21:42: bestimmte Anpassungsprozesse in Gang gesetzt werden.
00:21:45: Dann kommt man plötzlich in ganz andere Ebenen rein.
00:21:47: Und da ist in erster Linie immer die Rückmeldung von der Praxis für uns wichtig.
00:21:56: Und das ist dann immer schwierig für uns, weil wir das schon gerne integrieren, zumindest
00:22:02: diese Erfahrungswerte reinbringen, sagen ja, also wir haben jetzt noch keine Studien, aber
00:22:05: wir haben jetzt mehrere Trainer bei uns schon vor Ort gehabt.
00:22:09: Die haben das, ich sage jetzt eben jetzt, die haben das mit 100 Leuten gemacht und das
00:22:13: hat bei 88 funktioniert.
00:22:15: So, das ist dann natürlich noch kein Studie und im schlimmsten Fall könnte man uns dann
00:22:20: Schalatanerie eben vorwerfen.
00:22:22: Aber wir im Austausch mit der Praxis, wenn wir dann auch in so einem Kurs sind, dann
00:22:29: horchen die schon genau auf, weil die meisten sind schon so firm in ihrem Gebiet, dass sie
00:22:33: wissen das einzuordnen und wir natürlich das auch nicht so plakativ dann beschreiben,
00:22:37: so dass es jetzt der goldene Weg, sondern die einfach nur beschreiben und die Rückmeldung
00:22:41: mal kund geben.
00:22:42: Und oft ist es ja dann erst so, dass dann im Nachgang in den Jahren drauf irgendwann
00:22:47: Studien rauskommen, wo dann dargestellt wird, ja, es funktioniert ja wirklich und es funktioniert
00:22:52: deswegen und die Gründe werden dann dargestellt, warum das wirklich funktioniert.
00:22:55: Ja, musst du dann nicht ständig mit dem Vorwurf der Unwissenschaftlichkeit kämpfen, wenn
00:22:59: du Sachen integrierst, die in der Praxis...
00:23:02: Ja, also ich sage jetzt mal, den Hauptteil, den wir in der Ausbildung haben, der ist schon
00:23:08: sehr fundiert, sehr klar, wenn man jetzt zum Beispiel in unser Ausbildungsbuch schaut, da
00:23:13: haben wir über 1000 Quellennachweise.
00:23:15: Also wir haben schon dann wirklich alles belegt und gucken, dass dann auch das Hand und Fuß
00:23:21: hat.
00:23:22: Aber wie gesagt bei speziellen Themen, man spricht dann zum Beispiel irgendein Training,
00:23:27: wir bleiben mal im Kraftbereich, man redet über Krafttraining und dann hat man eben
00:23:32: mehrere Methoden und Möglichkeiten, wie man das angehen kann und dann beschreibt man aber
00:23:36: neben diesen, weiß ich nicht, 10 Methoden, die man jetzt dargestellt hat, beschreibt man
00:23:40: dann ein, zwei und dann sagt ja, es gibt dann hier auch noch Möglichkeiten, wie man vielleicht
00:23:44: noch damit spielen kann.
00:23:45: Da gibt es jetzt keine Überlege für, aber aus der Praxis wissen wir, dass das und das
00:23:49: bei einigen Leuten funktioniert hat.
00:23:51: Da muss man eben, dass es so heterogen auch von den Menschen, mit denen wir arbeiten,
00:23:56: ich habe das ja eben beschrieben, das sind ja dann alles keine normalen Menschen, aber
00:24:01: dann kommt noch dazu, dann hast du vielleicht jemand, der schon seit 15 Jahren in dem Bereich
00:24:04: unterwegs ist.
00:24:05: Man muss dann mit den packenbestimmten Methoden gar nicht mehr, das ist dann ausgereizt,
00:24:10: man muss dann mit den ganz anderen Wege gehen.
00:24:12: Man muss dann komplett raus aus den 08/15 Training, dann geht man vielleicht mehr in Velocity
00:24:18: Base-Geschichten oder exzentrisches Krafttraining und versucht dann da nochmal irgendwo neue Reize
00:24:24: zu setzen.
00:24:25: Daher ist das so unser Weg, wir warten also, wenn was Neues kommt, warten wir immer ab,
00:24:32: zwar drei Jahre, halten immer Kontakt mit der Praxis, wir haben so viele Leute hier
00:24:36: vor Ort, die dann uns Rückmeldungen geben und wenn dann klar ist, okay, das funktioniert,
00:24:46: dann fangen wir anders in die Ausbildung zu integrieren und arbeiten das dann so rein,
00:24:52: dass es dann auch, das war dann auch vielleicht irgendwann auch Studien herzuhalten.
00:24:57: Spannende Antwort.
00:24:58: Ich hatte, wie gesagt, ich habe mir gedacht, entweder Forschung treibt dich oder die Industrie,
00:25:03: aber dass du dann sagst, die Praktiker treiben dich, die Leute, die Keltiz oder Lars Lien
00:25:08: hat, die irgendwie Sachen rausfinden, die irgendwie funktionieren, aber keiner weiß
00:25:12: warum erst.
00:25:13: Ja, das ist für manche total unbefriedient, weil die wollen unbedingt wissen, warum,
00:25:21: aber wir arbeiten mit Menschen, die so, es gibt so viele Systeme im Menschen, hormonelles
00:25:32: System, muskuläres, neuronales, was auch immer, Lymphsystem.
00:25:36: Und alle Systeme arbeiten sehr komplex miteinander und manchmal kann man es dann einfach auch
00:25:41: nicht erklären, da muss man einfach sagen, ich weiß nicht, warum das jetzt bei dem funktioniert,
00:25:48: der fühlt sich wohl und alles ist cool und alles, womit sich der Athlet wohl fühlt und
00:25:54: die Leistung mit verbessert wird, ist erstmal gut.
00:25:57: Noch mal zur US-Amerikanischen Begrifflichkeit.
00:26:03: Es gibt ja noch das, was im Raum steht, das Strengths and Conditioning Coach.
00:26:08: Kannst du da nochmal unterscheiden oder ist es eigentlich Deckungsgleich oder was sind
00:26:14: das für zwei Begrifflichkeiten Athletik Trainer und Strengths and Conditioning Coach?
00:26:18: Ne, ich würde das erstmal Deckungsgleich beschreiben.
00:26:23: Es gibt auch noch Athletic Coach, es gibt auch Teile, das ist so in Beschreibung.
00:26:27: Man muss dann eben immer aufpassen, es gibt ja zum Beispiel in den USA so identische
00:26:39: Ausbildungen, den Certified Strengths and Conditioning Coach.
00:26:44: Da ist es ein bisschen anders gegliedert, weil die haben das glaube ich auch, also so
00:26:49: viel Ich-Weise ist es so, dass auch wenn du in einem Fitnessstudio arbeitest, dann ist
00:26:53: gut, wenn du diese Ausbildung hast.
00:26:55: Grundsätzlich befürworte ich alles, was erstmal eine fundierte Ausbildung hat, die in diesem
00:27:00: Bereich dann arbeiten.
00:27:02: Bei uns ist es einfach noch viel, viel stärker fokussiert auf den Leistungssport und eingekränzt,
00:27:10: muss man sagen.
00:27:11: Wir kümmern uns absolut nur um Leistungssport.
00:27:15: Wir haben keinen Stand auf der FIBO, wir sind nirgends vor auf irgendwelchen Fitnesskongressen
00:27:22: unterwegs.
00:27:23: Ich vielleicht mal um mir einfach zu anzuschauen, was gibt es Neues, was ist so unterwegs,
00:27:29: Methoden, Trainingsmittel und so weiter und so fort.
00:27:32: Aber unser Arbeitsfeld ist ja auch definiert.
00:27:37: Die Ausbildung wurde damals 2010 von den Spielsportarten initiiert.
00:27:43: Die kamen zu uns und sagten, wir brauchen das.
00:27:45: Wir sehen da Leistungspotenzial, wir sehen da Nachholbedarf und daraufhin wurde ja die
00:27:49: Ausbildung hier entwickelt und hat sich ja zu dem Erfolgsmodell dann auch irgendwann
00:27:55: entfaltet in den letzten Jahren.
00:27:58: Was es jetzt ist, so kann man es glaube ich beschreiben.
00:28:00: Das heißt, die Übergänge beim Strengths und Conditioning Coach sind vielleicht fließender
00:28:05: zum Fitnessbereich als jetzt hier, wo das stärker abgegrenzt ist.
00:28:09: Ich glaube jetzt über See ja, also zumindest in den USA, Großbritannien und Australien sind
00:28:16: nochmal anders gesetzt.
00:28:17: Aber hier sind wir ganz sehr, sehr strikt.
00:28:23: Das wir sagen, hier schreiben wir den Athletiktrainer in erster Linie als den Mann für den Leistungssport.
00:28:32: Nichtsdestotrotz treffen natürlich eine Ausbildung auch Leute an.
00:28:35: Die dann noch als Personal Trainer arbeiten.
00:28:39: Du kannst nicht in jeder Sportart hauptamtlich als Athletiktrainer arbeiten.
00:28:44: Und dann muss man einfach die kleinen Tote sterben, dass man sagt, okay, ich habe einen
00:28:48: Tennis Spieler hier, ich habe einen Golfspieler hier, beide semi-professionell, also auf dem
00:28:53: Weg gerade zu höheren Beinen.
00:28:55: Aber ich kann mit den beiden kann ich mich nicht überall Wasser halten.
00:28:58: Also mache ich eben nebenher noch Personal Training, habe Privatkunden hier und da ist
00:29:01: das völlig okay.
00:29:02: Da kann ja keiner was gegen sagen.
00:29:04: Oder man hat dann eine Handballmannschaft aus der dritten oder zweiten Liga, wo oft
00:29:10: dann auch nur Honorarverträge möglich sind für die Vereine.
00:29:13: Und dann arbeitet man eben nebenher noch mit anderen Sportarten.
00:29:17: Also es ist sehr, manche möchten das auch, also manche mögen das auch sehr gerne, dass
00:29:24: sie am Dienstag eine lange Session mit einem Golfspieler haben und dann eben am nächsten
00:29:30: Tag die Handballmannschaft.
00:29:31: Das ist ja auch spannend, das ist interessant.
00:29:33: Das ist ja auch sehr, sehr interessant.
00:29:34: Kannst du da zahlen, denn wie viel von den Leuten, die bei dir die Ausbildung machen,
00:29:38: danach hauptamtlich oder nebenamtlich arbeiten als Athletik-Trainer?
00:29:42: Leider noch nicht.
00:29:45: Wir sind jetzt in den letzten zwei, drei Jahren haben wir erste Erhebungen gemacht aus den
00:29:50: ganzen Kursen, wo wir mit Fragebögen mal abgefragt haben, wie sieht euer Arbeitsfeld
00:29:55: aus, wie sieht euer Anstellungsverhältnis aus, aber Arbeitszeiten, auch Diskrepanz der
00:30:01: Arbeitszeiten.
00:30:02: Du hast es festgeschrieben in eurem Vertrag, wenn ihr einen habt, was ist die Reale.
00:30:06: Wobei man ja sagen muss, dass das dann bei der realen Arbeitszeit, muss man das dann
00:30:11: immer im Querschnitt über das ganze Jahr sehen, wenn es gibt dann Phasen, da ist ein
00:30:15: Athletiktrainer dann nicht mehr so gefragt.
00:30:18: In der Vorbereitungsphase ist er dann vielleicht einer der am meisten mit dem Team arbeitet,
00:30:23: weil er in diese konditionelle Geschichte sehr stark im Vordergrund steht.
00:30:27: Und dann in der Saison geht es ja eigentlich nur noch darum, die Sache zu erhalten und
00:30:30: irgendwie auf einem Level zu bringen oder zu halten.
00:30:36: Und dann ist man eben nur noch ein, zwei Mal die Woche mit dem Team unterwegs.
00:30:41: Und das ist auch so, du hattest eben die Rolle angesprochen, man darf es auch nicht überbewerten.
00:30:48: Man ist da ein kleines Zahnrad in der ganzen Geschichte.
00:30:52: Lothar Linz hat das mal herrlich umschrieben, als er sagte, dass er mal eingeladen war bei
00:30:56: Britta Heidemann, als sie sich bedanken wollte für den Olympia-Sied.
00:31:00: Und dann kommt man da an und dann sind da 50 Menschen.
00:31:03: Da ist dann immer auch die Oma, das ist der Opa, das ist der Onkel, das ist die beste
00:31:07: Freundin, das ist der Partner, das ist der Trainingspartner und so weiter und so fort.
00:31:12: Und dann merkt man, da ist okay, ich bin nicht der Nabel der Welt.
00:31:14: Und diese Demut sollte man auf jeden Fall immer behalten, als...
00:31:17: Das ist auch eine Sache, wie man es schön versauen kann, indem man sich einfach viel
00:31:21: zu wichtig nimmt in dem Part.
00:31:23: Und im Grunde genommen gilt das eigentlich für den ganzen Staff, also für so ein ganzes
00:31:30: Trainer-Team.
00:31:31: Natürlich ist der Chef-Trainer der, der am Ende den Kopf hinhält und der, der die
00:31:35: meisten Entscheidungen treffen muss und für die dann auch gerade stehen muss.
00:31:39: Aber man ist eben, ja, nur die Summe der Einzelteile bringt das dann alles auf die
00:31:47: Bahn.
00:31:48: Kurz zurück, du hast eben Lothar Linz erwähnt, kannst du sagen, wer das ist?
00:31:52: Das ist mittlerweile der Direktor der Trainer-Akremie, ist einer der führenden, einer der besten
00:32:00: Sportpsychologen in den letzten Jahren.
00:32:02: Er wird natürlich jetzt durch seine neue Aufgabe hier als Direktor bei uns etwas weniger machen
00:32:08: in dem Bereich, hat aber über die Jahre sehr, sehr erfolgreich mit Athleten gearbeitet.
00:32:15: Also wenn man, wir sitzen ja gerade in seinem Büro und wenn man sich hier umschaut, dann
00:32:18: sieht man hier einen Trikots von Olympiasiegern und Dankesbilder und Schreiben von Athletinnen
00:32:27: und Athleten, mit denen er zusammen gearbeitet hat.
00:32:30: Und daher, daher kam die Geschichte.
00:32:33: Zurück nochmal zu dem Thema internationaler Vergleich.
00:32:41: Du hast ja jetzt auch UK und Australien kurz hervorgeroben.
00:32:46: Die haben natürlich eine besondere Rolle in dem Geschäft, glaube ich, weil sie einfach
00:32:51: relativ hohe Qualität haben oder liefern.
00:32:53: Inwiefern tut sich so die globale Welt oder Globalisierung auf deine Arbeit oder auch
00:32:59: die Trainerakademie auswirken, dass sich da irgendwie neue Praktiken oder Standards
00:33:04: entwickeln, die du von Übersee, sage ich jetzt mal, importierst oder Gedanken, die du integrierst.
00:33:11: Warum ist es eigentlich so, dass die, das sind jetzt schon die nächste Frage wieder, warum
00:33:15: ist es so, dass UK und Australien da so stark ist?
00:33:18: Und was nimmst du damit?
00:33:22: Also wenn man sich mal die Sprache im Athletiktraining anschaut, dann trifft man erstmal auf viele
00:33:30: Englizismen, auf viele englische Begriffe, die da reinlaufen.
00:33:36: Und das hängt natürlich auch damit zusammen, dass man extrem viel aus den USA, aus Großbritannien,
00:33:44: aus Australien und aus den ganzen Bereichen mitnimmt oder rüberkommt.
00:33:49: Manche Sachen, da muss man lächeln, also ich weiß, als ich bei Exos die komplette Ausbildung
00:33:55: durchlaufen hatte und plötzlich fing die mit Wall Drills an, also wo man an der Wand steht
00:34:02: und quasi Immutationen für Sprint, Start, Beschleunigung macht, wo ich dachte, das ist
00:34:09: spannend, das habe ich 1989 als kleiner Schüler in der Leichterleting, haben wir das eigentlich
00:34:14: auch gemacht und plötzlich wird das als fancy Wall Drill verkauft.
00:34:17: Also wir exportieren auch, wie importieren?
00:34:19: Ja, es ist spannend, also da denkt man ja, manchmal muss man für die Sachen einfach nur ein fancy
00:34:25: Wort finden und dann schmeißt man die in ein System, wobei sie das gut machen, die Strukturen
00:34:31: und so, also die wissen das schon dann auch gut in eine Form zu gießen.
00:34:35: Daher ja, also es ist so, dass wir eben viel übernehmen, das hängt natürlich auch damit
00:34:43: zusammen, dass da eine andere Kultur herrscht, eine andere Geist, was Sport angeht, so die
00:34:51: grundsätzliche Sichtweise.
00:34:53: Wenn man sich zum Beispiel Australien anschaut, dann ja, da wird nicht drüber geredet, ob
00:35:01: man jetzt Sport gut ist oder nicht oder was auch immer, sondern es ist einfach Teil
00:35:06: der Kultur, Neuseelern brauchen wir auch nicht drüber reden.
00:35:08: Das sieht man auch mittlerweile bei den ömmischen Spielen, so an den Medaillenranking, was diese
00:35:15: Nationen dann da abliefern.
00:35:18: USA brauchen wir so nicht drüber reden, UK aber auch, also da waren nicht nur die ömmischen
00:35:23: Spiele in London 212, ein Riesenpusch, im Grunde haben sie das weitergeführt und wenn
00:35:30: natürlich in so einem Umfeld in so einer Kultur gearbeitet wird, dann haben natürlich dann
00:35:38: so Dinge nochmal einen ganz anderen Einfluss und werden ganz anders aufbereitet und werden
00:35:42: auch ganz anders nochmal nach außen getragen.
00:35:44: Das hat sich, also Deutschland war immer in der Sportwissenschaft ziemlich weit vorne
00:35:49: und mittlerweile ist die Führungsposition auf jeden Fall abgegeben, würde ich sagen.
00:35:54: Wir haben zwar immer noch sehr, sehr gute Leute hier und auch gute Studien, die hier
00:36:03: gemacht werden und gute Arbeit, die hier gemacht wird.
00:36:06: Aber so, ja, das hängt in meinen Augen, hängt das in erster Linie eben mit einem größeren
00:36:15: Rahmen, eben mit Kultur und Ansehen des Sports zusammen.
00:36:19: Also gar nicht so sehr mit Geld?
00:36:22: Das folgt ja dann darauf.
00:36:24: Also die klarkativste Geschichte war ja das mit Leo Neugebauer, wo sie dann mal sich
00:36:29: die Universität in Texas, wo er sich angeschaut haben und dann kommt plötzlich darauf, ja,
00:36:35: die Uni hat einen Etat von über 200 Millionen Dollar und dann guckt man hier nach Deutschland,
00:36:42: du weißt, dass der komplette Leistungssport irgendwie mit 270 Millionen oder sowas, ich
00:36:46: sage jetzt irgendeine Zahl, aber es war jetzt nicht so weit weg, besetzt ist und dann sieht
00:36:52: man eben schon, okay, aber es ist auch ein anderes System.
00:36:55: Man kann da nicht einfach mit Bernden vergleichen, muss ich auch sagen, dieses College-System,
00:36:59: das ist auch schon sehr kommerziell dann auch ausgerichtet auf diese großen Sportarten,
00:37:04: wie Baseball, Football und Ice-OK und Basketball, die ja dann auch schon, wenn wir uns College-Meisterschaften
00:37:11: in USA anschauen, das ist ja schon, das ist ja wie hier mindestens zweite Bundesliga Fußball.
00:37:16: Das sprechen wir ja nicht über Amateur-Sport und da haben die meisten ja dann auch schon
00:37:21: Profivorträge oder werden am Profimäßig bezahlt oder was auch immer.
00:37:24: Also daher, da muss man dann auch mal aufpassen, wir haben einfach hier ein ganz anderes System
00:37:31: mit unserem Verein und da ist der Schul- und der Universitätssport jetzt nicht so promoted,
00:37:36: wie man das jetzt zum Beispiel in den USA hat.
00:37:39: Du hast vorhin ja auch als Teil der Ausbildung zum Beispiel so ein FMS-Test oder ein Y-Test
00:37:46: erwähnt, das sind ja eigentlich auch Sachen, die aus USA kommen.
00:37:49: Was glaubst du, warum ist das so, dass solche Tests, die ja eigentlich recht simpel sind?
00:37:58: Ja.
00:37:59: Und so kommt sowas aus USA, ist das einfach besser vermarktet oder?
00:38:03: Ja, also wenn man so weiß, wo der FMS herkommt, ist ja auch universitär.
00:38:10: Da stand dann jemand vor 100 Leuten und wollte mit denen anfangen zu trainieren und dachte,
00:38:15: ja ich muss aber auch erstmal gucken, wo die Kompetenzen liegen und daraufhin wurde
00:38:23: das dann entwickelt und so simpel gehalten, wie geht.
00:38:30: Was dann eben super Einstieg ist für jetzt Menschen, die jetzt keine Physiotherapeutin
00:38:33: sind und man zumindest erstmal so rausfindet, okay, da irgendwas funktioniert nicht, man
00:38:39: findet ja keinen Grund raus, warum das nicht funktioniert, warum jetzt einer keine gute
00:38:44: Überkopfkniebeuge kann, die etwas versierten, die sehen natürlich dann schon, wo vielleicht
00:38:50: die Problematik liegen kann.
00:38:52: Aber im Grundehm ist das ja dann eigentlich nur ein Startschuss, um dann mal weiter zu
00:38:55: gucken, wenn irgendwas auffällt.
00:38:56: Und natürlich, das was du sagst, das haben sie raus, also Marketing und das Systematisieren,
00:39:04: das haben sie schon gut hinbekommen.
00:39:08: Und sie haben natürlich, wenn sie mal ein Studium machen über irgendwas, haben sie direkt 400
00:39:18: Leute.
00:39:19: Also nicht n gleich 3 oder n gleich 4, sondern dann wird in der Universität lernen einfach
00:39:23: mal die 120, 150, die im Leistungssport unterwegs sind, die machen dann eben alle mal so ein
00:39:30: FMS.
00:39:31: Und dann guckt man einfach mal und dann macht man das 4 mal im Jahr und dann braucht man
00:39:36: nicht lange rechnen, 4 mal 150.
00:39:38: Das muss jetzt dann erstmal hier zusammentragen, den Datensatz irgendwo, dass du dann mit 900
00:39:44: Leuten valide Zahlen hast.
00:39:47: Und das ist natürlich ein Riesenvorteil, wenn du in so nem Setting arbeitest und dann
00:39:52: sprechen wir jetzt vielleicht nur von einer Universität.
00:39:54: Und dann lass mal 3, 4 Universitäten sich zusammenschließen und dann sagen wir machen
00:40:01: jetzt alle mal zusammen den Test.
00:40:03: Und dann geht's los.
00:40:05: Also Kaldids haben wir ja kennengelernt und der erzählte ja dann auch, dass sie mit irgendwas,
00:40:10: die haben irgendwas ausprobiert und haben dann einfach mal alle 2 Wochen die komplette
00:40:16: Crew, die alle 120 Leute dann durch diesen Test gejagt.
00:40:21: Und dann hast du, und dann rechnest du kurz nach, okay, die haben seit Jan mal angefangen,
00:40:26: jetzt haben wir September und die haben jetzt alle 2 Wochen den Test gemacht und dann denkst
00:40:29: du, was war ein wahnsinniger Datensatz.
00:40:31: Und da braucht man sich dann nicht wundern, dass in seinem Sog, so in seinem Schatten
00:40:36: ganz viele Doktorarbeiten entstehen.
00:40:38: Nicht durch ihn, sondern durch die Leute, die ihn begleiten und dann im Grunde genommen
00:40:42: die ganzen Daten, die dann so rechts und links abfallen, abgreifen und daraus auch eine Anständigung
00:40:48: und super Arbeit dann machen, Studien machen.
00:40:51: Also das sind dann schon auch Vorteile, diese riesen Datensätze, die dann dort entstehen.
00:40:58: Wenn einer schlau ist und einem guten Trainer dann folgt und dann einfach nur sich die Datensätze
00:41:03: nimmt und versucht dann gut zu interpretieren und in Form zu gießen, dann hat man natürlich,
00:41:09: ja, ist das ein Riesenvorteil.
00:41:11: Bleiben wir nochmal bei dem Thema Vermarktung.
00:41:15: Man muss da nicht weit gucken, offensichtlich ist es so, dass die Website der Trainerakademie
00:41:22: nicht ganz so fancy ist wie die andere Ausbildungsorganisation, sag ich mal.
00:41:27: Aber ihr seid ja, also die beste Entschuldigung ist natürlich, ihr seid ja Non-Profit,
00:41:31: das heißt, ihr müsst euch gar nicht drum kümmern, dass ihr jetzt irgendwie sexy aussieht.
00:41:34: Was kannst du nochmal über den Wettbewerb, wenn man das so nennen kann, der verschiedenen
00:41:44: Ausbildungen, die es da draußen so gibt, sprechen?
00:41:47: Also ich habe gestern Abend nochmal gegoogelt, Athletiktrainer Ausbildung machen, mit nochmal
00:41:52: die ganzen Treffer da angeguckt von den ganz Schlimmen bis zu den besseren, da werden
00:41:59: dann mit Englischen Streichpreisen gearbeitet.
00:42:03: Wenn ihr jetzt 500 statt 1000 Euro, zwei Tage Ausbildung, schönes YouTube Video dazu,
00:42:09: wo nochmal erklärt wird, dann kriegst du natürlich auch so ein Batch, den ihr auf
00:42:14: deiner Website machen kannst, Certified, irgendwas, gibt es wahrscheinlich bei euch nicht.
00:42:18: Nein.
00:42:19: Also über Konkurrenzzerreins immer blöd, aber versuchst trotzdem mal, wo ordnest du
00:42:25: dich ein, wie siehst du das?
00:42:26: Also unsere Homepage ist wirklich nicht sexy, also wenn sie eins ist, dann ist sie nicht
00:42:30: sexy und das ist einer der Punkte, wo wir stark daran arbeiten.
00:42:35: Also unsere Außen-Stellungen wird sich in den nächsten Jahren schon verändern, wir werden
00:42:39: auch ein Podcast einführen, wir werden ja jetzt 50 Jahre alt.
00:42:43: Im Oktober gibt es da eine große Feier und in Zuge dieser Feier werden wir diesen Podcast
00:42:48: einführen und wir sind jetzt schon an den ersten Punkten, wie wir auch die Homepage überarbeiten
00:42:53: können, weil manche wissen gar nicht, was hier alles unterwegs ist, also was hier alles
00:42:59: passiert, ich habe für den 330 Veranstaltungstagen gesprochen, das heißt ja eigentlich, okay,
00:43:05: dann müsstest du ja mindestens 100 Posts machen im Jahr, wo du irgendwas ...
00:43:10: Das war eine eigene Stelle, ne?
00:43:12: Ja, das ist eigentlich eine eigene Stelle und das ist so auch, glaube ich, einer unserer
00:43:16: Probleme, ich habe selber ja mit Medien und Kommunikation auch an der Sportungsschule
00:43:19: stiert, habe sehr lange die Presseabteilung von der leichterletiger Teilung Dormagen
00:43:23: geleitet und da ist man tagtäglich eigentlich unterwegs, um sich ins Schaufenster zu stellen.
00:43:31: Natürlich, klar, wir sind jetzt kein kommerzielles Unternehmen, nicht sehr trotz stehen wir in
00:43:38: einem Wettbewerb und wenn jetzt irgendwo eine viel, viel bessere Athletiktrainerausbildung
00:43:44: aufschlagen würde, sprich mal über mein Arbeitsfeld, dann würde das für uns ja auch
00:43:51: Auswirkungen haben, weil dann sich hier auch weniger Leute eben dann anmelden.
00:43:56: Ich habe mir selbst, habe ich mir ein paar Ausbildungen, habe ich mir angesehen und
00:44:04: bin, habe selbst daran teilgenommen, die abgeschlossen, also ich habe US-Institut
00:44:08: zum Beispiel gemacht, weil ich das als eine extrem gute Ergänzung zu unserer Ausbildung
00:44:14: empfand, weil die ja sehr stark im Rehabereich verhaftet sind und ich hatte das Gefühl und
00:44:19: das hat sich dann auch nachher bestätigt, dass die da aufhören, wo wir anfangen.
00:44:23: Also diese ganze Rückführung aus einer Verletzung, mit diesen Alborhythmen und diesen klaren
00:44:30: Orientierungspunkten und dann, wenn es in den Leistungsbereich geht, da sind wir dann
00:44:35: zum Beispiel für zuständig und habe mir auch Exhaust angeschaut, weil das ja durch
00:44:43: Mark Fastegen und damals 2006, wo er eigentlich erst Athletiktraining hier in Deutschland
00:44:47: publik wurde, durch Klinsmann und Fastegen und Schmidlein.
00:44:51: Ja genau, Schmidlein.
00:44:53: Fand ich auch gut, also hat seine Stärken und Schwächen, fand ich aber, ich fand die,
00:45:02: vielleicht hatte ich auch Glück, aber ich fand die Referenten extrem gut, es war gut
00:45:07: strukturiert, es war gut aufgebaut, wie gesagt, das können wir sowieso, dass in eine Form
00:45:11: geht, es im Market gehen und alles drum.
00:45:13: Da kann man sich auch Sachen mal von abgucken und ich habe ein paar wichtige Dinge da auch
00:45:18: mitgenommen.
00:45:19: Also alles andere, was ich dann sehe, das finde ich schwierig.
00:45:25: Also wir haben in der Ausbildung 15 Präsentstage plus eine immer größer werdende Onlinephase,
00:45:35: wo so grundlegende Dinge nochmal klar gemacht werden plus Leistungen, die noch neben den
00:45:41: Präsentstagen abgeleist werden müssen.
00:45:43: Und das sind wirklich 15 volle Tage, also es ist jetzt nicht irgendwie ein halber oder
00:45:48: so, der erste ist nur halb und der zweite ist ganz, sondern es geht von 8 bis 18 Uhr
00:45:54: recht lang und selbst da bei den 15 Tagen sind wir gerade am überlegen, ob wir da vielleicht
00:46:02: noch was draufsetzen müssen oder Ergänzungen zumindest reinsetzen müssen.
00:46:07: Wir haben ja schon darüber gesprochen, weil das Arbeitsfeld immer komplexer wird.
00:46:12: Das sind z.B. Datenanalyse, Datenaufstellungen, Datenaufbereitung ist zum Beispiel ein Feld,
00:46:18: wo immer mehr Athletiktrainer reingezogen werden.
00:46:21: Manche hochprofessionelle Vereine und Verbände haben extra Analysten, der dann die Sachen
00:46:26: aufbereitet für die Trainerteams und vor allem für die Cheftrainer, damit das lesbar
00:46:30: wird.
00:46:31: Aber wir haben auch viele Fälle, wo dann eben die Athletiktrainer das bearbeiten müssen,
00:46:35: die ganzen Trackingdaten und die ganzen, alles was dann eben so einfließt.
00:46:39: Und das ist natürlich jetzt auch so was, wo man sagt, da ist das Feld auch noch nicht
00:46:46: richtig bereinigt, welche Systeme sind jetzt wirklich die Gängigsten, das Kinnex, das
00:46:50: Katapult, wie auch immer nach Sportarten dann auch immer unterschiedlich.
00:46:53: Also das ist dann so vielfältig, das ist eben auch was, was wir uns jetzt erstmal mal
00:46:57: anschauen.
00:46:58: Und dann denke ich mir, worauf willst du denn in zwei Tagen oder drei Tagen irgendwie
00:47:03: da?
00:47:04: Da bleibst du in allen Ansätzen eigentlich nur stecken.
00:47:08: Du kannst dann kleine Impulse geben, aber ja, finde ich, muss jeder für sich natürlich
00:47:19: klarmachen, wenn jetzt jemand noch gar keinen Ahnung hat in dem Bereich, dann ist das vielleicht
00:47:24: ein guter Einstieg, um mal überhaupt so eine Vorstellung zu finden, je nachdem wie das
00:47:28: dann vermittelt wird.
00:47:29: Ja, aber ich für meinen Teil finde das dann mal sehr fragwürdig.
00:47:36: Ich mache ja auch nicht innerhalb von drei Tagen mein Physiotherapie-Schein oder werde
00:47:41: Mediziner innerhalb von zwei Wochen nennen.
00:47:43: Das ist das Problem mit den ungeschützten Begriffen, ne?
00:47:46: Ja, da haben der Trainer grundsätzlich die Probleme.
00:47:48: Okay, da kann sich Trainer Coach nennen.
00:47:51: Ja, bei den Anbietern aus der Privatwirtschaft ist es ja auch so, dass man sich in Anführungsstrichen
00:47:56: bewerben muss.
00:47:57: Das machen die aber nur um das künstlich hochwertig zu halten.
00:48:00: Bei euch muss man sich aber wirklich bewerben.
00:48:01: Wie ist das?
00:48:02: Also, habt ihr auch so was wie eine Ablehnungsquote?
00:48:05: Und nehmt ihr dann doch jeden oder was sind da die Bedingungen?
00:48:09: Also, erst mal sind die Zugangsvoraussetzungen so hoch, dass die Quote der Ablehnung recht
00:48:22: gering sind.
00:48:23: Weil die Leute, die sich eben unsere Zugangsvoraussetzungen anschauen, die sehen dann schon direkt.
00:48:30: Ja, also, wenn wir jetzt von der Athletik-Trainer-Ausbildung sprechen, dann muss man entweder einen sportwissenschaftlichen
00:48:37: Abschluss haben, universitär, oder man sollte eine Physiotherapie-Ausbildung abgeschlossen
00:48:44: haben oder die Allizenz der jenigen Sportart, mit der man sich bewirbt, eben vorweisen.
00:48:52: Zusätzlich dazu sollte man nachweisen können, dass man mindestens seit drei Jahren im Leistungssport
00:48:58: tätig ist.
00:48:59: Und was für uns dann noch extrem wichtig ist, ist der Part, dass es eine Befürwaltung des
00:49:05: Bundesfachverbandes gibt.
00:49:07: Also, es ist dann wirklich der deutsche Handballbund.
00:49:10: In dem Fall ist es der Patrick Loeik zum Beispiel.
00:49:13: Der gibt dann eine Befürwaltung, die stehen dann auch in engem Kontakt mit den Bewerberinnen
00:49:17: und Bewerbern.
00:49:18: Und dann bekommen wir eben diese ganzen Unterlagen rein.
00:49:22: Daher ist die Zahl derer, die da jetzt komplett durch das Raster fallen, sehr gering erst
00:49:30: waren, weil es schon im Vorfeld eben klar ist, okay, wenn ich jetzt eine C-Lizenz im Kegeln
00:49:35: habe und kriege keine Befürworterung vom Bundesfachverband und bin vielleicht seit
00:49:43: einem Jahr erst im Bundeskegeln dabei, dann wird es schwierig.
00:49:49: Also dann wird derjenige sich auch, dann wird es vermessen sich bei uns anzumelden.
00:49:53: Okay, verstehe.
00:49:54: Du hast es jetzt am Rande erwähnt mit den ganzen Herausforderungen, die auf die Trainer
00:50:02: im Arbeitsalltag dann zukommen mit der Datenanalyse, zum Beispiel den ganzen System.
00:50:07: Was sind aus deiner Sicht so die größten Herausforderungen, die so ein Athletiktrainer
00:50:12: oder Trainerin erwartet im Berufsalltag, auf die ihr sie vorbereitet oder vielleicht gar
00:50:17: nicht vorbereiten könnt?
00:50:22: Also ich glaube, dass wir das Inhaltliche angeht, wir in der Vorbereitung schon extrem gut sind.
00:50:32: Das ist eben jetzt über die letzten zehn Jahre immer wieder abgeschliffen worden, rechts
00:50:36: und links und wir immer besser geworden sind, auch die Kompetenzen zu nutzen, die ja sehr
00:50:43: hoch sind.
00:50:44: Wir haben über die Zuwandsvoraus jetzt noch besprochen, dass wir es eben schaffen, dass
00:50:47: es einen guten Austausch gibt.
00:50:49: Manchmal stehe ich auch sehr demütig, was heißt manchmal eigentlich, stehe ich immer
00:50:53: demütig vor so einem Kurs und denke, mein Gott, hier sind Leute drin.
00:50:56: Boah, nach dem müssen wir erstmal was Neues beibringen, weil die wissen schon so viel.
00:51:03: Da ist ihnen die Frage, was können wir denen noch beibringen?
00:51:09: Das ist ein Anspor und das ist das, was einen auch extrem motiviert, dass man es dann eben
00:51:12: schafft, solchen altgedienten und erfahrenen Trainerinnen und Trainer dann doch nochmal
00:51:19: was mitzugeben.
00:51:20: Ich glaube, interessant wird es dann und das ist auch am schwierigsten, den Leuten mitzugeben,
00:51:29: dass es so dieses Thema eine Beziehung aufbauen zu den Menschen, mit denen man arbeitet,
00:51:36: Konfliktmanagement, so diese soften Themen, die werden zumindest so beschrieben als soft,
00:51:41: aber so soft sind sie ja auch nicht.
00:51:43: Dass man es eben schafft, sich dann in dem Arbeitsfeld auch klar zu positionieren, wir
00:51:47: haben ja über den Kompetenzbereich gesprochen, dass dieses Thema Demut, was wir auch schon
00:51:55: angerissen haben, klar ist, ich bin jetzt nicht der Nabel der Welt und ich muss in manchen
00:52:02: Dingen andere Experten zurande ziehen oder hier endet jetzt meine Kompetenz und hier
00:52:08: startet sie.
00:52:09: Es gilt natürlich auch, sich zu verteidigen, dass wenn einer meint, man müsste sich da
00:52:14: einmischen, man müsste sich dann kontraproduktiv arbeiten, dass man sich dann auch nochmal
00:52:20: klar positioniert.
00:52:21: Also das sind dann eben so die Dinge und das kristallisiert sich dann auch aus, zum
00:52:27: Beispiel wenn diejenigen, das ist auch ein Teil auch in der Ausbildung, wenn die zum
00:52:32: Beispiel Arbeitsfeld mal kurz darstellen und das Team, in dem sie arbeiten und da ist
00:52:37: dann oft und das haben wir auch zum Beispiel in die Umfrage mit eingenommen in den letzten
00:52:41: Jahren, okay mit wem klappt Kommunikation gut und mit wem klappt Kommunikation eher schlecht.
00:52:46: Und das ist so einer der Punkte da, das ist herausfordernd und dann haben wir natürlich
00:52:52: in einem Umfeld zu tun, dass sich die ganze Zeit ändert, auch wo man dann inhaltlich
00:52:57: reagieren muss.
00:52:58: Also es ändern sich Weltkanzpläne, es ändern sich Regeln in Sportarten, die plötzlich das
00:53:04: Anforderungsprofil der Sportart auch ändern können.
00:53:06: Also Feldhockey ist für mich so ein riesen Beispiel, was in den letzten Jahrzehnten die
00:53:11: meisten, also ich habe mit Feldhockey angefangen.
00:53:14: Es gibt einen kleinen berühmten DHK-Holzbild.
00:53:16: Damals wurde noch auf Asche gespielt und das war noch eine ganz andere Sportart, wenn
00:53:20: ich mir das heute ansehe, es gibt keinen Abseits mehr, es gibt einen Selfpass, also es heißt,
00:53:25: wenn ein Freistoß gefiffen wird, dann muss ich nicht den Ball zu jemanden hinpassen, sondern
00:53:31: muss der Ball nur kurz ruhen und ich kann ihn selber einfach für mich weiter spielen.
00:53:34: Macht das Spiel extrem schnell, extrem intensiv, es gibt keinen Sperren mehr und so, also die
00:53:40: Sportart ist so schnell geworden und ich finde es toll zu sehen, ich verstehe auch manchmal,
00:53:46: warum Feldhockey nicht mehr irgendwie präsent ist.
00:53:48: Und das sind dann eben so Dinge, wo eben klar ist, also Uwe Krupp hat das mal ganz nett beschrieben,
00:53:56: hat gesagt, also man muss sich alle vier bis fünf Jahre, muss man sich quasi neu erfinden,
00:54:02: weil dann auch die Sportart so vorangeschritten ist.
00:54:05: Im athletischen Bereich ist auch extrem viel passiert, wenn ich mir Tennis-Spiele ansehe
00:54:11: in den 80er/90er Jahren und mir jetzt ansehe, früher war eine Tennis-Karriere, war mit 28,
00:54:18: 30 kaputt, die waren dann auch wirklich kaputt und heute hast du dann einen Djokovic, einen
00:54:24: Federer und so hast du wirklich Leute, die Nadal, klar, die sind jetzt auch, da wird es
00:54:29: der Krisseltz auch langsam Federer, hat ja so es schon aufgehört und Nadal ist auch kurz
00:54:34: da vor, mal gucken, wie lange Djokovic noch macht, aber das wäre dann also undenkbar,
00:54:38: dass einer bis 36 dann noch auf so einen hohen Nihon unterwegs ist.
00:54:42: Und das ist natürlich auch der Athletikgeschuld, bessere Ernährung, Schlaf, Regenationsstrategien,
00:54:48: solche Geschichten, die ganz balancen zwischen B und Entlastung, die ist da immer besser
00:54:54: austrariert worden.
00:54:55: Also die Ausbildung, willst du sagen, ist nicht fertig, wenn man hier seinen Abschluss hat,
00:55:00: geht dann weiter und die Fortbildung hört nicht auf.
00:55:04: Ja, wir formulieren das dann auch so, wir sagen, wir können auch nicht jedes Feld bis ins
00:55:10: letzte Molekül jetzt runterbrechen, aber wir können euch hier eine gute Orientierung
00:55:15: geben, eine gute Struktur geben, mit der ihr weitergehen könnt und die zumindest als
00:55:20: ein sehr guter Impuls dient, um dann in bestimmten Bereichen weiterzumachen.
00:55:26: Wir hatten ja auch drüber gesprochen, man geht zwangsläufig mit irgendwelchen verrückten
00:55:31: Menschen dann an Grenzen stoßen und denkt ja, alles was ich jetzt hier in der Ausbildung
00:55:35: gelernt habe, funktioniert mit dem nicht, ich muss hier ganz neu hingekehnen.
00:55:38: Du hast ja gesagt, du machst das jetzt schon über 10 Jahre, 19 Durchgänge, glaube ich,
00:55:44: hast du gesagt?
00:55:45: Ja, der 18.
00:55:46: 18 und 19 finde ich jetzt nächstes Jahr statt.
00:55:50: Du bist ja wahrscheinlich in den Leistungssport damals mit so einer, ich sage, rosa roten
00:55:56: Brille auch gestartet, wie die meisten wahrscheinlich einfach Traumjob mit Sportern arbeiten und
00:56:01: so.
00:56:02: Wie hat sich da in den letzten 10 Jahren dein Blick auf den Leistungssport verändert?
00:56:06: Gibt es da irgendwie so ein Torsten davor und ein Torsten danach oder?
00:56:10: Absolut.
00:56:11: Wie würdest du sagen, was hat es mit dir gemacht?
00:56:15: Also diese Grundleidenschaft und dieser unvorstellte Blick, den würde ich immer noch teilen, also
00:56:26: ich schaue mit glänzenden Augen, schaue ich mir olympische Spiele an und da schaue ich
00:56:30: mir dann auch alles an und bin völlig hingerissen von dem, was da passiert und hinterfragt das
00:56:39: auch erst mal nicht.
00:56:41: Und damals bin ich auch ins Sportstudium und dann auch in den ersten Trainertjob rein,
00:56:51: das war erst mal für mich klar, da war mir egal, wie viel Geld das einbringt und so,
00:56:58: es war einfach toll und ich finde es auch immer noch toll mit Menschen zusammenzuarbeiten
00:57:04: und gemeinsam an einem Ziel zu wirken, das hat man ja selten im Leben, dass es dann so
00:57:11: klare, deutliche Ziele gibt.
00:57:13: Manche können auch von Etappen reden und sagen, ja jetzt haben wir erstmal die Europameisterschaft
00:57:18: und dann kommt die Weltmeisterschaft und dann kommen olympische Spiele und so richtig große,
00:57:23: tolle Dinge und man entwickelt das zusammen und das macht ja auch was mit einem, das macht
00:57:28: auch mit dem Team was und also wir haben ja über Handball gesprochen, als ich im Vorbereitungsträgen
00:57:33: Lager war, da dachte ich, ich würde am liebsten jetzt hier einfach bleiben die nächsten zwei
00:57:37: Wochen und einfach mitmachen und helfen und wie geil ist das.
00:57:44: Schwierig wird es dann und das kann man eigentlich nicht nur auf die Athletiktrainer, sondern
00:57:52: auf die komplette Trainerschaft im Leistungssport beziehen.
00:57:55: Schwierig wird es dann in dem Thema, wenn das Leben im Weiter voranschreitet und vielleicht
00:58:03: irgendwann die Familie auch ins Spiel kommt, man eine Familie gründen möchte, ein Kinder
00:58:07: haben möchte und das spielen dann zwei große Faktoren, eine Rolle, einerseits natürlich
00:58:12: die finanzielle Entlohnung, die wir vielleicht, jetzt wenn wir bei den Athletiktrainern wieder
00:58:18: sind, vielleicht ein Sport, ein Fußball, wenn ich hauptamtlich, also wenn ich voll in eine
00:58:22: volle Stelle in der ersten Liga zuständig für die erste Mannschaft bin, dann ist das
00:58:29: finanziell auf jeden Fall einträglich.
00:58:31: Andererseits sitze ich dann auch teilweise auf einem Schleuder sitzt, denn es kann passieren,
00:58:37: dass der Trainer nächste Saison nicht mehr da ist und er bringt sein eigenes Team mit
00:58:44: und dann bin ich raus.
00:58:45: Das ist ja absolut die Fußball, was du ansprachst.
00:58:47: Fußball, genau, das ist die erste Linie Fußball.
00:58:49: Kann ja auch im guten Sinne sein, dass der Trainer mich mitnimmt und ich dann dadurch
00:58:53: im Geschäft bleibe, aber das muss man auch eine Familie damit.
00:58:59: machen. Das ist dann wieder der andere Punkt. Und da sind wir dann zum Beispiel auch bei den
00:59:03: Arbeitszeiten, weil normalerweise, also so hatte ich zum Beispiel damals in der Leichterletik,
00:59:08: die Kerne, wenn wir im Nachwuchsbereich zum Beispiel Arbeit in der Leichterletik, man ist
00:59:14: hauptamtlich angestritten, wovon es ja gar nicht so viele Stellen gibt, dann ist es ja so, dann fängst
00:59:19: du an zu arbeiten, wenn alle anderen nach Hause kommen. Kerne Arbeitszeit ist 15 bis 20 Uhr,
00:59:23: sag ich jetzt mal. Was natürlich dann auch interessant wird, wenn man dann Kinder hat,
00:59:29: weil man, wenn man Glück hat, die dann morgens sieht, bringt die in den Kindergarten und in die Schule
00:59:35: und vielleicht sieht man sie dann abends noch, aber meistens liegen dann auch schon in der Kiste.
00:59:39: Also ich sehe die dann morgens eine halbe Stunde oder eine Stunde und dann ist das Thema durch.
00:59:44: Und dann natürlich die finanzielle Entlohnung, die jetzt, wenn wir außerhalb des Fussballs
00:59:49: unterwegs sind, selten da in der Lage sind, eine komplette Familie zu tragen. Und das ist jetzt
00:59:55: auch sportartübergreifend, auch nicht mehr für Athletiktrainer, sondern für grundsätzlich die
01:00:00: Trainerschaft eben zu sehen. Diese zwei Faktoren, da braucht man schon sehr viel Toleranz im Umfeld,
01:00:07: sehr viel Organisation im Umfeld, das Oma Opa, was auch immer, mit die Frau oder der Mann, je nachdem,
01:00:15: muss dann eben auch arbeiten, weil das Gehalt alleine wird die Familie nicht ernähren können.
01:00:21: Und dieser Mix ist extrem schwierig. Also sehe ich auch immer mehr, ich habe jetzt in der Leichterletik
01:00:30: fast eine ganze Trainergeneration, die in dem Moment, wo die Kinder geboren wurden,
01:00:36: im Grunde dann ausgeschieden sind, also die dann raus waren. Da geht immer viel Erfahrung dann verloren.
01:00:41: Ja, das ist so schlimm, wo ich mir denke, ich bin jetzt 51 und ich hätte so Bock,
01:00:48: nochmal in der Leichterletik zum Beispiel zu arbeiten, weil man hat dann so ein gewisser
01:00:52: Lebenserfahrung, eine Grundgelassenheit. Die spielt auch eine extremer Rolle, um den Menschen
01:00:59: dann auch Sicherheit zu geben, den Athleten auch Sicherheit zu geben, die hat man vielleicht mit 30
01:01:03: jährlich nicht. Das ist einfach so das Leben. Und denke ich, ja, was ist einfach nicht darstellbar,
01:01:11: nicht machbar. Oder ich fange dann wieder an, wenn meine Kinder aus dem Haus sind und dann mache
01:01:19: ich das so als mein Hobby. Das ist vielleicht kein schlechter Gedanke. Also ich bin schon so ein
01:01:25: bisschen für mich Erbitterung, aber Enttäuschung mit, was du dann so die letzten 19 Durchgänge so
01:01:30: bisschen erfahren musstest, dass die wenigsten davon leben werden können und wenn dann nur unter
01:01:34: schwierigen Bedingungen. Ja, ich bin immer nah dran. Ich beobachte dann, ich treffe auch viele dann auf
01:01:43: Konferenzen, Fortbildungen hier und da und guck, was die dann so machen und wo die bleiben und wer
01:01:48: dann ausscheidet oder wer drin geblieben ist und wie das eben funktioniert. Jetzt sind wir natürlich
01:01:54: bei mir in einem Bereich, wo die meisten schon wirklich sehr hochbruchprofessionell an unterwegs
01:01:58: sind. Also wir hatten fast die ganze Handball, die ganze Fußballbundesliga, Barz gewalt,
01:02:03: wir hatten alle schon bei uns und wäre ich jetzt nicht unbedingt die mit der allerersten Mannschaft,
01:02:08: weil durchsinn manchmal habe ich das Gefühl Leib eigene, da geht es auf keinen Fall,
01:02:11: dass die 15 Tage im Jahr mal irgendwo anders sind. Das ist nicht möglich. Aber wir haben dann von den
01:02:17: NLZ aus den U-Mannschaften, U-Bereichen eben als viele Leute und da funktioniert das dann so,
01:02:25: aber es sind eben auch Leute in der Lebensphase, wo da erst mal sich was heißt freigekämpft,
01:02:32: aber wo man einfach noch dann erst mal seine Ziele verfolgt und dann kommt das ja später erst
01:02:37: im Grunde genommen mit Familie und allen anderen Dingen, die so daneben sind. Also ja,
01:02:44: Verbitterung ist ein hartes Wort. Ja, ein bisschen im Tor ist einfacher. Ja, das wäre schon schön,
01:02:50: wenn es da mehr Optionen und Möglichkeiten gäbe. Wir hatten ja den internationalen Vergleich
01:02:58: vorhin gemacht. Also ich denke, USA, Australien, UK müssen wir nicht darüber reden, da sind die
01:03:01: Bedingungen wahrscheinlich viel besser. Hast du Vergleiche aus dem deutschsprachigen Ausland,
01:03:05: also Schweiz, Österreich, ist es da besser oder hast du da Kontakte? Ja, wir haben ja klar in
01:03:11: Basbo und Schweiz und so. Ich habe jetzt nicht total einen Einblick da rein, aber es ist natürlich
01:03:15: genauso wie Holland. So Länder haben es natürlich etwas einfacher Dinge zu zentralisieren und sich zu
01:03:22: konzentrieren auf bestimmte Dinge. Ich finde, Holland ist ein gutes Beispiel. Die haben das
01:03:28: echt extrem gut gemacht. Das hat man jetzt bei den vergangenen Olympischen Spielen dann eben
01:03:33: gesehen, da sah man dann auch im Medaillenspiegel. Klar, die sind dann auch nicht übergreifend in
01:03:37: allen Sportarten ganz vorne unterwegs, aber die haben eben ihr Potenzial für bestimmte Bereiche
01:03:42: erkannt und haben das dann auch extrem gut eingesetzt. Das ist natürlich ein bisschen einfacher
01:03:48: dann für die. Dann bewegt man sich vielleicht dann auch teilweise in Sportarten, die zentralisiert
01:03:55: einfach besser funktionieren, weil dann habe ich eben in der Schweiz meine drei Gletscher und
01:03:59: dann kann ich dann GLP extrem gut platzieren. In anderen Sportarten wie leichterletig und so
01:04:07: ist das dann alles ein bisschen schwieriger. Da ist es auch gar nicht notwendig, Dinge so zu
01:04:12: zentralisieren, weil das ist wichtig, dass viele Menschen über einen großen Bereich in Kontakt
01:04:17: mit dieser Sportart kommen und dann irgendwann wird man talentlos ausführen. Man sollte sich,
01:04:27: wenn man jetzt Deutschland nimmt, sollte man sich in erster Linie vielleicht vergleichen mit Ländern
01:04:31: wie Japan, wie Frankreich, wie Großbritannien, die in der struktur, in dieser westlichen
01:04:41: struktur so gleichzusetzen, in Kanada und so. Das ist glaube ich eher, aber da sieht man dann auch,
01:04:48: dass das schon viele unterschiedliche sind und dass die dann doch andere Sachen dann auch besser machen.
01:04:55: Gut, dann kommen wir mal zu Olympia. Du hast vorhin schon zweimal im Gespräch, bist auf Olympia
01:05:03: gekommen. Jetzt ist ja eigentlich alle vier Jahre so das gleiche, die gleiche Diskussion. Am Ende
01:05:09: steht Deutschland nicht da in den Tabellenrenken, wo man meint, hinzugehören. Dieses Jahr ging
01:05:16: ja so ein Satz durch die Medien, der hieß, wir schreiben Exeltabellen, die anderen trainieren.
01:05:22: Ich habe das noch mal vorhin gegoogelt, der ist von Jörg Bügner, Sportverstand des
01:05:28: deutschen Leichtartledigverbandes. Der sagt außerdem, also es kam nur dieser Satz in Medien
01:05:36: mit den Exeltabellen, aber außerdem hat er gesagt, da muss ich eigentlich denken, ein zentrales Thema
01:05:42: seien die Trainer, die ebenfalls besser ausgebildet und unterstützt werden müssen. Er sagt, das liegt
01:05:48: mir sehr auf der Seele, da haben wir in den letzten 20 Jahren sehr viel verloren. In dem Moment,
01:05:53: in dem der Begriff Leistungssport aus den Universitäten weg war, hatten wir extreme
01:05:58: Auswirkungen auf die Trainer und die Lehre. Das sind so viele Ebenen. Ja, lasst uns mal mit dem
01:06:07: Exeltatsbeginn. Ich habe das zuerst, muss ich ehrlich sagen, falsch verstanden. Ich dachte so auf
01:06:13: Trainer-Ebene, während andere tolle Datenanalysen haben, tun wir noch Sachen in Exeltabellen
01:06:18: eintreten, aber er hat damit auf die Bürokratie angesprochen. Absolut, ja, ja, absolut. Ich bin 212
01:06:24: ausgeschieden aus der Leichenlied, die ganz hauptamtlicher Trainer. Und da war es dann so, dass es schon
01:06:33: auch hart war, dass ich so, man muss ja so schnell im Vormittag geht man dann ins Büro und arbeitet
01:06:41: dann so die Bürokratie ab und dann geht man eben nachmittags dann ins Training und dann war es
01:06:48: Phasenweise so, dass man im Grunde genommen bis 13, 14 Uhr nur Bürokratie abgearbeitet hat und dann
01:06:57: noch mal eine halbe Stunde über den Trainingsplan geguckt hat, den man natürlich auch irgendwann
01:07:01: geschrieben hat. Aber dann hat man für den Kerninhalt seiner praktischen Arbeit, hat man dann im
01:07:11: Gronorm extrem wenig Zeit, weil man vorher bestimmte Daten nachhalten musste, Leistungen der
01:07:19: Athleten nachhalten musste, die in bestimmte Formulare eintragen musste, damit nachher Fördergelder
01:07:25: auch bewilligt werden, das Kaderstatus und alles drum und dran besetzt wird. Und das ist schon ein
01:07:32: Bereich, wo man denkt, ja, da müsste eigentlich den Trainern schon etwas abgenommen werden, dass
01:07:37: sie da nicht die ganze Zeit eben in diesen Formulan drin stecken. Das kann man auf jeden Fall
01:07:42: vereinfachen. Das haben wir ja auch in anderen Ebenen mehr Gesellschaften, wo man sagt, ja,
01:07:46: Bürokratieabbau, Bürokratieabbau. Also man hat da schon sich so ein Monstrum geschaffen, wo es
01:07:53: wirklich, wo man jetzt dann darüber nachdenken muss, okay, muss man wirklich jetzt noch die dritte
01:07:57: Excel-Datei aus. Also man muss sich ständig erklären, damit die Gelder weiterfließen.
01:08:01: Exakt, exakt. So ein bestimmtes Nachhalten, bestimmter Nachweise ist ja auch wichtig, kann
01:08:06: ich auch völlig verstehen, auch von Seiten der Leute, die dann die Gelder ja geben. Aber es kann
01:08:13: ja nicht sein, dass das dann so überhand nimmt, dass dann für die Kern der Arbeit die Trainer dann
01:08:20: vor immer weniger Zeit haben. Ganz konkret kannst du da noch was sagen? Also ist das aber nicht
01:08:27: Teil des Problems der Athletik-Trainer, oder? Das sind Chef-Trainer, die da mitzukämpfen haben,
01:08:32: oder? Ja, das sind in erster Linie schon die Spezialisten, die Chef-Trainer, die Athletik-Trainer
01:08:37: haben jetzt eben in der Seite ein paar Jahre die andere Problematik, wenn sie zustark in diese Datenanalyse
01:08:42: reingezogen werden. Das ist dann auch manchmal so ein Part. Also und Trainingsdokumentation gehört
01:08:49: ja auch dazu. Also es ist ja nicht nur so, dass ich ein Trainingsplan schreibe, dann gehe ich eben
01:08:53: mit den Inhalten rein und die werden dann abgearbeitet und danach ist vorbei. Sondern meistens taucht ja
01:08:58: danach auch eine gewisse Dokumentation auf. Also dann schau, okay, das was wir gemacht haben,
01:09:03: konnten wir das überhaupt so durchführen oder was für Werte sind dabei raus. Manchmal arbeitet
01:09:08: wir dann auch mit anderen Messinstrumenten, um dann zu gucken, ob das alles so in die richtige
01:09:13: Richtung läuft. Und dann gilt es ja auch, dass man die Sachen dann eben nachhält. Also das ist so
01:09:18: der Kern der Arbeit und wenn dann eben zu viel noch rechts und links mit eben anderen, ja wieder
01:09:25: Jörg Bügner, dass dann sagt mit den Excel-Dateiten rumgengeht werden muss, dann wird es eben
01:09:32: problematisch. Da haben wir auch nur 24 Stunden alle. Dass die Trainer mehr unterstützt werden
01:09:38: müssen, geht ihr wahrscheinlich runter wie Öl. Das ist genau dein Message wahrscheinlich. Ja,
01:09:43: das hat einen Kanut hier auch gesagt. Mehr Wertschätzung und den Trainern und Beachtung. Das
01:09:51: absolut. Wenn man so bedenkt, es wird sich ja viel auch über die Prämien gesprochen und die
01:09:58: beziehen sich immer nur auf die Athleten. Und warum bekommt der Trainer nicht auch was davon? Also
01:10:06: allein mit Prämien ist auch nicht alles getan, muss man auch sagen, gehört noch andere Dinge dazu.
01:10:10: Vielleicht wäre es auch schön, dass man dann den Trainern werden, dass ja auch schon angerissen,
01:10:15: bessere Perspektiven, bessere Möglichkeiten, nicht nur Bezahlungen, sondern Arbeitszeiten,
01:10:22: dass man vielleicht Modelle kriegt hinbekommt, wo man sagt, okay, wir werden vielleicht an
01:10:27: den Arbeitszeiten nicht viel machen können, aber wenn zum Beispiel es so Trainer-Teams gibt,
01:10:33: wo dann auch klar ist, okay, dann muss nicht jeden Tag von einem Trainer das Training durchgeführt
01:10:38: werden, sondern dann macht dann vielleicht jemand anders. Also man spricht sich vielleicht so ab. In
01:10:42: der Athletik gibt es dann zum Beispiel auch so Dinge, wo dann vielleicht nicht nur ein Athletiktrainer
01:10:46: im Team hat, sondern man hat zwei, drei. Dann sagt man, okay, jetzt, wir wechseln uns ab mit
01:10:51: den Auswärtsspielen. Muss nicht immer jeder mit fahren, sondern es ist immer nur einer im
01:10:57: Mitfährt und dann, wenn das irgendwie auf zwei, drei Schultern verteilt wird, sieht das ja auch
01:11:02: schon wieder ganz anders aus. Also da muss man vielleicht dann einfach mal offen denken, so,
01:11:07: was gibt das ganze Setting her, was gibt das Umfeld her, wo kann man vielleicht dann Dinge einfach
01:11:13: mal komplett anders gestalten. Und ja, wenn heute als Trainer angesprochen, also das hat mir erst
01:11:21: diese Woche mir einen Trainer das beschrieben, hat gesagt, ja, ich habe mich für eine Wohnung
01:11:28: beworben oder ich wollte eine Wohnung haben und dann muss man ja offenlegen, okay, wie sieht das
01:11:35: aus, wie ist man, Geschäftigungsverhältnis und so weiter und er hatte dann auf dem Bogen
01:11:41: Handballtrainer geschrieben und dann wurde er angerufen, sie haben das super ausgefühlt,
01:11:46: ganz toll, wir würden ihnen gerne auch die Wohnung geben und so, aber dann erzählen uns doch mal,
01:11:49: was sie denn hauptberuflich machen. Und dann musste der erst mal wirklich erklären, dass er
01:11:58: hauptberuflich Handballtrainer ist und das trifft mal nicht nur, das ist ja jetzt nicht nur eine
01:12:04: Anekdote, sondern da kann man ganz viele Trainerinnen und Trainer fragen, die einem das gleiche
01:12:11: erzählen. Man trifft sich zum ersten Mal irgendwie mit jemand anders wie auch immer in einer großen
01:12:16: Runde und dann erzählt ja irgendwo jeder, was er so macht und dann sagt er ja, ich bin Athletiktrainer,
01:12:21: ja, ja, okay, was machst du beruflich? Nicht so wie Bäcker und Metzger, nicht so was anderes.
01:12:26: Kommt nochmal zu dem Zitat, der sagt, da haben wir in den letzten 20 Jahren sehr viel verloren. In dem
01:12:36: Moment, in dem der Begriff Leistungssport aus den Universitäten weg war, hatten wir extremer
01:12:42: Auswirkungen auf die Trainer und die Lehre. Was meinte damit? Also offensichtlich war die
01:12:46: Lehre früher anders aufgestellt in den Universitäten oder kannst du dazu was sagen?
01:12:50: Also in der Sporthochschule war es zum Beispiel so, ich weiß gar nicht mehr, 2002, mein Gast über 20
01:12:56: Jahre, habe ich mal einen Abschluss gemacht und ich konnte an der Sporthochschule noch meine C
01:13:02: und B-Lizenz leicht Athletik machen. Was dann weiterführen natürlich super war, waren dann dann
01:13:12: eigentlich nur noch die A-Lizenz draufsatteln, dann hat man die höchste Ausbildungsstufe
01:13:15: für seines Fachverbandes zumindest und was mich ja dann auch im Endeffekt auch zum Diplomtrainer
01:13:21: geführt hat und mein ganz beruflichen Werdegang dann beeinflusst hat. Und so wie ich das jetzt
01:13:27: mitkriege, wir haben ja auch einige Dozenten, die auch von der Sporthochschule sind, die bei uns
01:13:33: auch als Referenten und Dozenten unterwegs sind, ist das eben nicht mehr möglich. Man hat sich eben
01:13:39: immer mehr von der Praxis entfernt, immer mehr Wissenschaft und Forschung reingeworlen,
01:13:45: immer theoretischer geworden und die Praxis ist auch in Sicht der Verbände immer schlechter
01:13:52: abgebildet worden, sodass dann auch was der Erwerb von Trainer-Lizenzen eben angeht,
01:13:58: dass auch immer schwieriger wurde auf Universitäten. Also hinsichtlich hat sich dann schon auch einiges
01:14:03: verändert. Im absoluten Hochleistungsbereich wird es in meinen Augen schon dann sehr,
01:14:12: sehr schwer für Universitäten, weil die eben in diesem Forschungs- und Wissenschaftsbereich
01:14:18: sehr stark verhaftet sind. Und wir aber ja dann in dem Arbeitsfeld, wenn wir im Hochleistungsbereich
01:14:24: unterwegs sind, dann eben auch Dinge antreffen, die wir ja auch jetzt schon hier heute thematisiert
01:14:30: hatten, dass es ja manchmal dann Felder gibt im Leistungssport, die wissenschaftlich gar nicht
01:14:34: so erklärbar sind oder wo viel Erfahrungswerte einfach mit einfließen. Also hat einer seit 20
01:14:40: Jahren arbeitet im Leistungssport und macht 20 Jahre macht er bestimmte Dinge und die funktionieren,
01:14:45: dann er weiß das. Aber es ist jetzt noch nicht durch jede Studie oder so erklärt. Also dieses
01:14:51: Thema Erfahrung im Trainer-Job spielt dann eine Riesenrolle und was wir ja auch schon hatten,
01:14:57: eben dass wir keine normalen Menschen haben. Deswegen wird es dann da für Universitäten
01:15:02: in meinen Augen schon ein bisschen schwieriger. Also ich kann mir nicht vorstellen und das machen
01:15:07: wir ja auch nicht. Und zum Beispiel im Diplom-Trainer-Studiengang ist so, dass die zwei Jahre lang durchlaufen
01:15:13: die bei uns den normalen Studiengang, wo wir dann auch bestimmte Schwerpunkte setzen, Modular das
01:15:19: anbieten, bestimmte Themen, wo sie dann Regulationsmanagement, Kraft und was auch immer
01:15:24: unterwegs sind. Taktik, Konfliktmanagement, also alle Ebenen. Und dann im letzten Jahr übernimmt
01:15:32: ja der Fachverband bei uns. Das ist dann nicht sportartspezifik, weil wir erklären noch nach
01:15:37: Claudia Pechstein nicht, wie schnell auf funktioniert. Wir maßen uns doch nicht an
01:15:41: Martin Schmidt zu erklären, wie Skisprung geht. Also da, glaube ich, geht es nur wirklich in einem
01:15:48: ganz engen Kontakt mit den Fachverbänden und wir haben eben jetzt den Vorteil, dass wir an der
01:15:54: Universität hier komplett, also nicht an der Universität, sondern hier an der Trainerakademie,
01:16:00: wir hier den Vorteil haben, dass wir eben diese komplette Verzahnung mit den Fachverbänden
01:16:06: haben. Jeder Fachverband hat hier ein Koordinator bei uns, also ein Koordinator ist uns zugeteilt
01:16:13: und dann besprechen wir mit dem die sportartspezifische Ausbildung. Manche haben dann auch schon so eine
01:16:19: Art Korrikolum dafür und so weiter und so fort und das ist in meinen Augen der goldene Weg,
01:16:28: weil das auch von den Fachverbänden so eingefordert wird, dass sie die Inhalte natürlich dann auch
01:16:32: gerne aufbereiten wollen für ihre Top-Trainer, dass sie dann da die Schwerpunkte setzen.
01:16:38: Ich glaube, dass das Angebot da ist, vor allem für den Top-Bereich, glaube ich, das Problem
01:16:48: nicht eher, was ich eben beschrieben habe, das CBA-Lizenz, dass man da die Leute ran führt
01:16:54: und dann auch ruhig über eine Universität und dass es dann im Rahmen eines Studiums
01:16:59: möglich ist, dass man bestimmte Lizenzen erwirbt und dann im Hochleistungsbereich ist das dann
01:17:06: schon wieder eine Geschichte. Da ist glaube ich das, was wir hier machen im Moment der ideale Weg,
01:17:15: aber da wird man an dem Schauen was in Zukunft kommt. Du hast für ihn erwähnt, Olympische Spiele
01:17:25: hast du richtig aufgesogen und auch nicht groß hinterfragt, weil mir geht es genauso,
01:17:32: also wenn dann diese Emotionen und Bilder und unglaublichen Leistungen, dann ist man einfach,
01:17:36: wenn man ein bisschen was von Sport versteht oder das einfach mag hin und weg. Aber du bist ja
01:17:43: ein ziemlich reflektierter Typ und kannst natürlich auch hinter die Kulissen gucken und über
01:17:48: den Tellerrand und weißt das jetzt nicht alles. Gold ist was glänzblöde Satz. Wie siehst du
01:17:55: diese grundsätzliche Medallenspiegel-Diskussion jedes Jahr und mit dem ganzen Wissen rund um IOC
01:18:01: und was auch immer, ist das nicht irgendwie auch ein antiquierter Kampf, dass man da jetzt
01:18:09: irgendwie vorne mit dabei sein muss und internationales Wetter rennen und du weißt ja,
01:18:12: was der Sport auch für Blüten treibt in anderen Ländern und vielleicht auch noch du,
01:18:17: bring die Thematik, das ist ein riesen Thema, aber deine private Meinung wird mich da jetzt
01:18:23: interessieren oder vielleicht kannst du dazu noch was sagen, wie du diese Diskussion empfindest?
01:18:28: Ja, das ist schon, also fangen wir mal von oben an. Man sagt ja immer so nett,
01:18:33: der Fischsting von Kopfhör und wenn das IOC oder jetzt wenn wir mal bei der FIFA sind,
01:18:42: das ist ja auch einer der größten Weltverbände, wenn wir uns das anschauen, ich weiß nicht,
01:18:47: ich habe irgendwann mal von Katar so, also die WM für Katar wurde in diesem Council dann
01:18:54: diesem Rat dann vergeben und ich glaube von diesen 20, 25 Leuten sind mittlerweile 20
01:19:02: mindestens angeklagt, wenn nicht sitzen sie sogar schon hinter Gitter wegen Betrug,
01:19:07: also so eine wilde Zahl war das auf jeden Fall und wenn man sich dann anschaut,
01:19:14: wie sehr dann vom IOC auch so dieses Thema Kommerz und so eine Olympische Spiele nach
01:19:22: Peking, Winterspiele nach Peking oder Sochi in einem System, wo man weiß, das ist auch schwierig,
01:19:31: also das sind so Dinge, das tut einem richtig leid und jetzt war es zum ersten Mal in Paris,
01:19:37: war es so und man dachte ja, das ist eigentlich wieder der Geist der olympischen Spiele, also wie
01:19:40: man in Sydney, wo man in London hatte und so und dann ist was Tokio war traurig, weil das wäre
01:19:46: mit sich ja auch eine ganz tolle Nummer geworden, wenn dann nicht eben Corona zwischengekommen wäre.
01:19:51: Aber das ist so doppelt traurig, weil ich glaube es gäbe dann auch hier in der deutschen, in
01:19:59: Deutschland, in der Gesellschaft viel mehr Zuspruch, wenn wir nicht diese Blüten gehabt hätten,
01:20:06: wie jetzt Peking und wie das IOC sich dann auch verhält und man denkt, was, wieviel Milliarden
01:20:13: in den Sand gesetzt wurden für irgendeine Bobbahn, die niemand benutzt wird und solche Geschichten
01:20:19: und da kann ich dann auch die Leute verstehen ja sagen, das wollen wir nicht. Jetzt nimmt das
01:20:25: in meinen Augen schon eine ganz ganz gesunde Entwicklung, ist da angestoßen worden, mal gucken
01:20:31: wie die weitergeführt wird, dass es eben so ist, dass man versucht, das als das Nachhaltiger zu machen.
01:20:36: Wenn ich sehe, so welche Ansätze jetzt hier gefahren werden in Deutschland und man sagt ja, wenn wir
01:20:40: dann olympische Spiele machen, dann können wir uns das so und so vorstellen, so dass man wie in Paris
01:20:46: jetzt eben auch dann nicht mehr wilde Sportstätten neu bauen muss, sondern dass man einfach das
01:20:50: nutzt, was man hat und da hat man ja einiges und da kann es auf jeden Fall zumindest wieder super
01:20:55: aufbereiten. Das ist so eine Ebene, wo ich denke, das kann einen teilweise auch Bauchschmerzen bereiten,
01:21:04: was da passiert auf diesen hohen Bereichen, IOC-Fiefer. Doping, ja du hast ja kurz angerissen,
01:21:14: das wird es dann in den nächsten Jahren, ich weiß gar nicht wie viel, ich glaube für sagen über
01:21:20: 100 Mitteilien, die in den letzten Jahren wieder zurückgenommen wurden, weil dann doch in den
01:21:26: nachgängigen mit besseren Methoden durchgeführten Dopingproben man dann doch was gefunden hatte,
01:21:35: dass das werden wir immer haben, das wird, glaube ich, das ist so ein Igel-Spiel, da werden wir immer
01:21:41: hinterher hinken, aber grundsätzlich gilt ja immer die Unschuld, der Unschulds, nicht Verdacht,
01:21:48: Vermutung wie auch immer, dass man erstmal sagen muss, ja das ist jetzt erstmal so die Leistung.
01:21:55: Muss man aus deiner Sicht als Industrienation da vorne mit dabei sein bei den Goldmedaillen,
01:22:03: oder ist das irgendwie so ein verquerer Nationalstolz und was bringt es dem
01:22:08: Breitensport oder der gesamten Sportnation Deutschland, wenn man da vorne mit dabei ist,
01:22:14: ist das so, weil einfach neue Helden und Idole geschaffen werden, die dann vielleicht bis top
01:22:21: down irgendwo unten ankommen in Breitensport, oder wie ist da deine Meinung? Also wir haben ja jetzt
01:22:26: auch ein Podcast und da habe ich ein paar Leute auch gesprochen, die auch schon Olympia-Medaillen
01:22:33: geholt haben und man reflektiert dann so seine eigene Geschichte und das ist dann auch immer so
01:22:40: eine Frage, wie bist du nur überhaupt zum Sport gekommen? Man wird ja nicht als Viertlern-Olympiasieger
01:22:44: geboren und das ist dann auch immer wieder, kommt es dann vor, ja da habe ich bei einem
01:22:52: Wettkampf zugesehen und dann war klar, ich werde Skispringer oder dann habe ich im Fernsehen das
01:23:00: gesehen und da war klar, aber das wird da hammer. Also ich, in einem leichter Litik ist ja jetzt
01:23:06: nicht Sportart Nummer 1 zum Beispiel, aber ich habe damals Harald Schmid bei den Europameisterschaften
01:23:11: gesehen, wie das 400 Meter Hürden gelaufen ist, manche können sich kennen ihn wahrscheinlich
01:23:15: gar nicht, das ist schon so lange her, aber dann lief der im strömenden Regen eben diese 400 Meter
01:23:20: Hürden und kämpfte sich da ein Ziel und das war so ein geiler Augenblick und so ein tolles Bild,
01:23:25: dass ich einfach, das in dem Moment für mich als Kind war für mich gleich, ich werde 400 Hürden
01:23:31: Läufer, das geht jetzt nicht alles, das hat jetzt für 400 Hürden nicht ganz gereicht,
01:23:35: ich bin 110 gelaufen, das war okay, aber ich glaube so Impulse brauchen junge Menschen Infos,
01:23:45: so einen Augenblick, den sie dann erfahren und ob man das jetzt als Industrienation unbedingt
01:23:55: braucht, ich glaube es spiegelt grundsätzlich unsere Kultur zum Sport wieder, denn wenn wir ein
01:24:01: großes Fundament hätten, viele junge Menschen, die Sport treiben, wenn wir es schaffen in der
01:24:07: Schule Sport nicht nur als ein übles Nebenfach zu sehen, sondern das auch wirklich etablieren und
01:24:13: das einen klaren Schwerpunkt ersetzen und dann versuchen Menschen immer mehr auch dann zu begeistern
01:24:19: für Leistung auch, das ist ja auch manchmal, da werden dann Bundesjugenspiele infrage gestellt
01:24:25: oder es gibt keine Ehren, keine Siegerokunde mehr und so, wo man dann immer denken muss, ja,
01:24:29: aber vielleicht gibt es ja auch Menschen, die das total gut finden Leistung zu bringen, also warum
01:24:35: versuchen wir die runter zu stützen, sie wollen, die haben Bock sich zu messen und so und wir denken
01:24:42: eben immer nur an die Leute, die eben nicht so leistungsfähig sind, was ja auch okay ist,
01:24:47: also man muss ja beide Enden der Geschichte sich anschauen, aber ich glaube, dass es,
01:24:54: dass man auch die im Fokus haben sollte, auch die fördern sollte, die dann wo man in dem Moment
01:25:00: sieht, boah die haben richtig Lust jetzt hier Gast zu geben und die haben richtig Bock auch Wettkampf
01:25:06: zu machen und gegeneinander zu kämpfen, also die muss, wenn man das schafft, dann ist es automatisch
01:25:14: so, dass dann oben auch irgendwelche ankommen, die dann die dann eine Medaille plötzlich gewinnen
01:25:20: und Olympisch Spiel bei Olympischen Spielen vorne da sind und das was wir jetzt in den letzten Jahren
01:25:25: gesehen haben über die letzten Zyklen bei Olympischen Spielen, das spiegelt ja im Grunde
01:25:30: um das wieder, wie auch unser Fundament aussieht, also wenn wir sehen, dass es immer mehr abnimmt,
01:25:37: dann müssen wir im Gegenzug eben auch sehen, dass es vielleicht auch, dass es vom Staat weg
01:25:43: eben auch abgenommen hat, dass wir immer weniger, immer weniger Leute zurückgreifen können, die
01:25:49: dann sich entschließen eben in diese Richtung zu gehen und das ist, das ist die größte Herausforderung,
01:25:55: dass man gar nicht so sehr die Spitzen Sportförderung vielleicht jetzt immer wieder in Fokus klaren
01:26:00: und da kann man auch drüber schrechen, wäre es gut, wenn die Rentnernsprüche Geld machen
01:26:04: können für die Zeit, wo sie Leistungssportler waren, wenn sie irgendwie zumindest ein Grundeinkommen
01:26:09: haben, dass sie sich nicht nur über Wasser halten können, sondern dass sie sich nicht total
01:26:14: Sorgen machen müssen neben ihrem Leistungssport, sondern dass man dann auch sagt, okay, was können
01:26:19: wir denn, wie können wir die Kultur von unten so verändern, dass wir eben da viel größeres
01:26:25: Fundament setzen? Nommal Thema Top-Dom oder Bottom-Up Thema Impact von Spitzen Sport auf die Gesellschaft.
01:26:36: Was glaubst du, ist so die gesellschaftliche Verantwortung von Tränern im Spitzen Sport?
01:26:42: Was haben die so für eine, was können die für eine Verantwortung übernehmen, außer
01:26:46: dass sie eben leistungsbezogen Goldmedaillen liefern? Also bei Tränern im Breiten Sport,
01:26:51: das ist ja schon klar, die sind für Inklusion, die halten den Alltag am Laufen. Was glaubst
01:26:59: du, ist die Verantwortung von Menschen, die im Spitzen Sport arbeiten, wir Athletiktrainern,
01:27:04: was geben die der Gesellschaft? Boah, das ist eine interessante Frage. Also im Grunde
01:27:14: haben sie ja einen Teil dieses großen Ganzen des Leistungssports, der ja dann kumuliert in
01:27:23: dem Augenblick, wo ein Tor fällt, wo bestimmte Erfolge erzielt werden oder dass auch medial
01:27:29: dann erscheint, egal was. Und die ganze Trainerschaft der Staff, die sind ja dann erst mal im Hintergrund.
01:27:36: Vorher und steht ja immer der Spieler, der Athlet, die Spielerin, was auch immer. Also
01:27:44: daher taucht er erst mal im öffentlichen Fokus, taucht er dieser ganze Staff kaum auf. Du wirst
01:27:50: den Chef-Trainer noch in Nuancen sehen. Im Fußball ist er ja sehr präsent, bei einem
01:27:59: tapee has man dann doch auch schon mal ein paar aus and another sport hatten immer mehr dabei und natürlich haben die dann auch in dem moment.
01:28:06: Vorbildfunktion mittlerweile hat man viele Mikros in auszeiten und die die man in der Zeit. Und dann hört man hier und das sieht eben die die die sich verhalten.
01:28:20: Gibt da gibt da schöne Beispiele, wo man sagt, ja, genau so sollte man sich als Mensch auch als Mensch auch verhalten, wenn man in so einem Team sich bewegt.
01:28:32: Und ich finde jetzt durch die Bank kann man fast sagen, dass alle die da oben unterwegs sind, auch herausragende soziale Kompetenzen haben.
01:28:42: Hinsichtlich Menschenführung und Konfliktmanagement, Kommunikation, anders geht das heutzutage auch gar nicht mehr.
01:28:54: Also gibt es immer weniger Fälle, wo man denkt, oh god, oh god, wie verhält sich das überhaupt.
01:29:01: Daher finde ich das schon sehr positiv, da passiert schon einiges.
01:29:06: Torwartrainer, Physiotherapeutin, Athletiktrainer, die sind ja dann alle im Hintergrund, die sie da arbeiten und liefern dann in Grundnorm nur zu,
01:29:17: so dass dann nachher eben da vorne was erscheint.
01:29:20: Daher ist da jetzt der Impact für die Gesellschaft nur darin zu sehen, dass sie es schaffen, die Menschen, die dann eben im Wettkampf sind, so gut vorzubereiten, dass sie dann eben Begeisterung hervorrufen können.
01:29:33: Also letztendlich schaffen sie mit dieses Unterhaltungsprodukt Sport, was IOC dann klug vermarktet.
01:29:40: Ja, so kann man es vielleicht auch umschreiben.
01:29:44: Also sie arbeiten dem zu.
01:29:46: Aber das steht ja bei den Menschen dann überhaupt nicht im Vordergrund.
01:29:50: Sie sind einfach auch nur daran interessiert, dass man zusammen dieses Ziel verfolgt und auch erreicht und so viel Leidenschaft und so viel Arbeit dann sich da
01:30:02: ran zu und da denkt man erstmal nicht an IOC oder die FIFA.
01:30:07: Ja, natürlich.
01:30:09: Erst mal eine andere Sache.
01:30:11: Ich möchte ja nochmal das Thema Netzwerk ansprechen.
01:30:15: Insichtlich der Berufsfindung für Athletiktrainer ist Netzwerk glaube ich extrem wichtig.
01:30:25: Besprech dir sowas in der Ausbildung.
01:30:28: Und inwiefern glaubst du, dass Menschen mit schlechterem Netzwerk, die vielleicht nicht ganz so, sagen wir mal die leise Träter, die nicht so die Netzwerke vom Herrn sind und nicht vielleicht mal die eine oder andere Party auslassen zum Netzwerken?
01:30:41: Oder wie glaubst du, ich habe immer das Gefühl, vielleicht nochmal so versucht, dass es viele auch laute Athletiktrainer gibt und die leisen können sich nicht so nur wie in der Wissenschaft hervortun, indem sie ein gutes Buch schreiben oder so,
01:30:56: sondern man muss sich schon selbst vermarkten können.
01:30:58: Hast du auch das Gefühl?
01:31:00: Ja, das ist das Thema Netzwerk.
01:31:07: Also bei uns taucht es so unterschwellig auf, weil klar ist in dem Moment wo sich zum Beispiel Leute bei uns bewerben oder bei uns eine Fortbildung machen, die sind in den Athletiktrainerbrechen, dann sind die bei uns in Netzwerk.
01:31:21: Und wir haben mittlerweile 40, 50 Mails, die wir im Jahr raus schicken, wo wir Stellenangebote, Praktikas, Buchempfehlungen, Fortbildungsempfehlungen, die interessant sind, auch nicht nur von uns.
01:31:40: Also wenn jetzt eine sehr gute Fortbildung von irgendeinem Institut oder von irgendeiner Firma oder was auch immer auftaucht, das kann auch gerne kommerziell sein, dann gehen wir das auch raus, weil wir denken, es ist mehr wert einfach für die Leute.
01:32:00: Da sind wir komplett frei und daher sind so was, was das angeht, glaube ich, sind sich schon sehr gut aufgehoben, da haben wir mittlerweile deutschlandweit über 30 Sportarten versammelt und schon sehr, sehr großen Verteiler, nehmen da auch gerne immer Leute auf und sehen das so als Serviceleistung für diejenigen, was du sagst, was das Thema von Marktum angeht.
01:32:28: Und so, wir haben manchmal das Problem, dass man sich in einem Umfeld bewegt, wo von außen die Arbeit der Athletiktrainerin gar nicht so, die Kompetenz gar nicht da ist, das zu bewerten.
01:32:44: Also macht jetzt wirklich gute Arbeit oder schlechte Arbeit.
01:32:47: Auf wird es dann nur daran festgemacht, wie viele Verletzungen gab es in dem Jahr oder wie saal. Also es muss schon sehr auffällig sein, dass dann irgendwann die Athletiktrainer in den Fokus drückt.
01:33:03: Und man dann auch eben auch schauen muss, das kann multifaktuell sein. Also ich wurde schon mal fertig gemacht dafür, dass wir dann drei Verletzte im Trainingslager hatten, wovon dann aber einer einen Jochbeinbruch hatte, weil im Abwurf dem die Hand in die Schnute geschossen wurde und der andere hatte irgendwie beim Shoppen in Hamburg, bevor er ins Trainingslager kam, neue Schuhe an, hatte noch ein Sprunggelenk blockiert.
01:33:31: Also das sind dann so Sachen, wo ich denke, ganz ehrlich bin ich jetzt raus.
01:33:36: Also da werden dann manchmal auch sehr forschnell Urteile über die Qualität und die Arbeit von Athletiktrainerinnen eben geleistet.
01:33:47: Und ich glaube aber trotzdem, vielleicht bin ich da auch naiv und irgendwo, das war nur eine Wunschvorstellung, aber ich habe schon auch das Gefühl, dass die Leute wirklich was drauf haben und die sich selber reflektieren, die sich weiterentwickeln, die immer wieder schauen.
01:34:03: Wir haben ja auch darüber gesprochen, alle vier, fünf Jahre muss man sich spätestens, muss man sich quasi neu erfinden, weil einfach das ganze Umfeld sich verändert.
01:34:11: Dass sich dann die Qualität auch wirklich durchsetzt und die, die als Luftpumpe rumlaufen und nichts drauf haben, dass dann egal wie gut die sich dann vermarkten, dass das dann eher schwierig wird.
01:34:24: Also das ist, sie müssen dann schon sehr blenden und man sieht das ja dann oft daran, dass sie dann auch von einer Sache zu anderen hüpfen.
01:34:33: Also dann siehst du ja, der war ein halbes Jahr nur in dem Verein, dann war ein Jahr da ein Verein, dann ist er ins Ausland gegangen und ist dann im Ausland aber da auch nur anderthalb Jahre im Verein gewesen, ist dann ein anderer, ein Video woanders hin.
01:34:47: Und das ist schon so ein Indiz, wo man merkt, wenn er so gut wäre, dann wäre das jetzt eigentlich auch nicht der Lebenslauf, dem man so hat.
01:35:01: Natürlich muss man sich irgendwo dann auch, gehört das auch dazu, sich zu verkaufen, wir sind da auch in einem Business und ja, aber ich habe jetzt zum Beispiel auch schon Prozesse mitbekommen, wo das wirklich so war,
01:35:16: dass es wirklich einen sehr seriösen Bewerbungsprozess gab, es war bei einem Fußballbundsligisten, dann mussten die, die in den Engeren Auswahl gekommen sind, mussten dann dort einen Vortrag halten über ein spezifisches Thema und dann saß er aber auch nicht nur irgendwie der Geschäftsführer oder Sportdirektor, sondern saß dann eben auch der medizinische Staff oder die anderen Athletiktrainer, die aus dem Team sind.
01:35:40: Und dann war es so eine richtige Verteidigung und dann muss man dann schon, dann kann man auch eben nicht nur Murks erzählen, dann muss man schon zeigen, was man drauf hat.
01:35:50: Daher ja, es ist noch sehr heterogen, aber ich glaube, dass es immer professioneller wird, auch was diese Geschichten angeht und dass man immer weniger blenden kann, weil man immer mehr auch vorzeigen muss, dass man das auch wirklich drauf hat.
01:36:09: Ein Thema, so auf dem Video, Selbstvermarktung, das Thema. Wie stehst du dazu? Das ist jetzt neu gekommen, aber auch eine Chance für den Athletiktrainer, seine Rolle so ein bisschen herauszuheben, darauf aufmerksam zu machen, was sie machen.
01:36:27: Ich spreche jetzt ganz konkret auf den Arne Christkowjagd an, der macht das ja ziemlich gut, hat das auch zum Buchvertrag geschafft und hat dadurch viel, viel mehr Aufmerksamkeit auf die Rolle gelenkt und hat, glaube ich, extrem gutes Skillset an, vor allem diesen Soft Skills.
01:36:50: Ich glaube, der Ersten ist ein wirklich wichtiges, wichtiger Part für die Athleten und ein Ohr für die.
01:36:57: Beschäftigte euch mit der Rolle von Social Media für Trainer?
01:37:03: Da trifft mich komplett auf den falschen Fuß. Ich beobachte das nur so am Rande und Arne ist natürlich ein sehr prominentes Beispiel für Leute, die das gut nutzen.
01:37:18: Aber ich habe eben von den Lebensläufen gesprochen, ich finde das eher positiv zu sehen, wenn man bei Arne das sieht, das ist ja eben auch nicht so, dass er ein Jahr dort, ein Jahr da, sondern der macht das kontinuierlich.
01:37:31: Und wirklich hat sich das aufgebaut und das hätte sich bestimmt nicht aufgebaut, wenn da nur Luft rauskommt, also das muss man dann auch wertschätzen.
01:37:43: Ich persönlich, das ist so eine Art Selbstschutz, mich wird man nicht bei Facebook finden, nicht bei Instagram, Snapchat irgendwo.
01:37:50: Ich bin da komplett raus, weil ich auch gemerkt habe, dass ich mittlerweile so eine Position einnehme, dass wenn ich mich jetzt zu irgendwas äußere, als Leiter der Deos-Beatleidigtrainer Ausbildung,
01:38:02: ob das jetzt inhaltlich ist oder nur für irgendwelche Auftritte, die ich bewerte, wo ich sage, ja, das finde ich jetzt gut oder finde ich nicht gut.
01:38:11: Das war mir dann irgendwann so heiß, weil ich wollte, ich kann mich quasi in solchen Netzwerken nicht mehr als Privatperson äußern, sondern ich bin immer in dieser Rolle als Leiter der Ausbildung.
01:38:29: Und aus dem Grund habe ich mich da komplett rausgezogen und kann demnach da leider gar nicht viel zu sagen, weil das werde ich jetzt vermessen, über irgendwas zu reden, wo ich selbst überhaupt nicht mitspiele in dem ganzen Game.
01:38:45: Wir haben selbst jemanden hier bei uns an der Akademie, der das so bespielt, aber auch nur in Anführungszeichen inhaltlich bespielt, dass dann über Instagram mal rausgegeben wird, dass wir eine Fortbildung machen oder wie auf Facebook kurz posten, dass ein Studiengang begonnen hat und solche Sachen.
01:39:06: Wir sind da auch noch sehr, sehr zurückgehalten, wie gesagt, Podcast wird demnächst kommen, aber das hat dann auch eher so eine qualitative Ebene, wo wir dann einfach sagen, ja, wir erreichen dadurch einen Zugang von Leuten, die man vielleicht sonst nicht überall hört, zumindest nicht so oft und können dann eben die, die eben sehr interessiert sind im Leistungssport da abholen.
01:39:30: Apropos schlechte Selbstvermarktung, das du vorhin bei deiner Vorstellung gar nicht erwähnt, dass du drei Bücher geschrieben hast, kannst du zu denen noch mal was sagen?
01:39:38: Ja, das sind sogar sechs.
01:39:41: Ja, also wobei, dass die anderen drei, die wir jetzt wahrscheinlich nicht mit reingenommen hast, das waren eher so Projekte, an denen ich sehr stark beteiligt war und quasi als Hauptführer unterwegs.
01:39:56: Ich habe zum Beispiel ein Praxikompagnium für das Land NRW geschrieben, für den Sportunterricht, extrem aufwendiges Projekt gewesen, wo ich aber nur eine leitende Funktion habe und die Fans zusammengezogen habe und als Leiter dieses Projekts unterwegs war, wo wir mit mehreren Verbänden für die Grundschule ein ganz tolles Compagnium aufgebaut haben, indem wir da den Sportunterricht dann in Gondam strukturiert haben.
01:40:22: Also die Basisarbeiten, ich bin immer noch völlig happy über das Ding, das war richtig gelungen.
01:40:29: Und die anderen Sachen, ja, ich bin Flipka-Verlager, habe mich als Leistungsreserialer, war Athletiktraining mit Martin Savia, Christian Thomas und Buchhatsch zusammengemacht, das war so der erste große Treffer, das mal sozusagen.
01:40:46: Also das ist fast ein Standardwerk in Deutschland, oder?
01:40:50: Ja, weiß ich gar nicht. Also ich freue mich immer, wenn ich in Haus arbeite, plötzlich mich, also irritiert mich total, wenn ich plötzlich als Quelle irgendwann beaufdauere, denke ich, was ist das denn?
01:41:02: Aber doch, ich glaube, das war schon ein gutes Ding und daraus ist dann das Thema das Regenationsbuch aus dem Flamverlag entstanden, weil in meinen Augen das ein ganz wichtiger Part ist auch, dieses Thema Regenation, richtig Monitoren, also das mal rausfinden braucht derjenige überhaupt Regenation oder nicht, muss man sich auch verdienen, also man kann ja auch Katzen totstreicheln.
01:41:29: Daher, das lief mir zu unterschwellig in diesem Leistungsreserve-Atletiktraining, daraus entstand dann in das Regenationsbuch.
01:41:39: Und jetzt, wo wir sechs Jahre lang daran rumgeschraubt haben, war dann, in Grundeum jetzt unser Compendium, was wir rausgebracht haben, Compendium des Athletiktraining, da sind es in groben Zügen jetzt aus diesen letzten zwölf Jahren der Ausbildung,
01:41:58: die Dinge eingeflossen, die wir hier in Struktur gebracht haben.
01:42:03: Und ja, da bin ich auch, also ich glaube, das ist, in meinen Augen ist es in Deutschsprachengraum eines der besten Bücher im Bereich Athletik.
01:42:14: Also ich kann mir, ich habe nichts gesehen, was so praxisnah aufbereitet wurde.
01:42:20: Wir haben da gefühlt drei Milliarden Bilder drin, Abbildungen drin, weil das Bewegung muss man zumindest mal sehen, wenn nicht als Video, dann zumindest als Foto und...
01:42:35: Ist das dann auch das begleitende Buch zur Ausbildung?
01:42:37: Das ist auch das begleitende Buch zur Ausbildung.
01:42:39: Das kriegt man auf dem freien Markt nicht, oder?
01:42:41: Doch, das kriegt man mittlerweile auf dem freien Markt. Ich glaube, 89 Euro kostet, ist schon teuer, da sind wir so in so medizinischen Bücherbereichen.
01:42:52: Aber in meinen Augen auch völlig gerechtfertigt, denn das Format ist ein Sonderformat, es ist recht groß, es ist über 400 Seiten stark.
01:43:02: Inhaltlich, wie gesagt, wir haben mal sechs Jahre lang daran rumgeschraubt und wir machen da auf jeden Fall kein Gewinn dran.
01:43:11: Denn wer mal in so einer Produktion drin war von einem Buch, wenn man professionelle Fotos schießt, wenn man professionell die Abbildungen aufbereitet, wenn man das in einem Layout einheitlich besetzt, dann weiß man,
01:43:25: das ist nichts, was irgendwie in einem riesen kommerziellen Erfolg dann wirkt.
01:43:34: Außer, das geht jetzt komplett durch die Decke und wir verkaufen dann plötzlich, es steht neben kein Follet im Buch geladen und wird ein besserer Laden.
01:43:46: Das Sachbuchbereich ist ein bisschen schwierig, zumal dann immer noch Änderungen sind und wir jetzt schon auch gucken, was sind jetzt Bereiche, wo wir vielleicht nochmal ran müssen, das ist ja auch ganz normal.
01:44:01: Aber grundsätzlich ist es trotzdem so, der Mensch wird wahrscheinlich in den nächsten zehn Jahren immer noch zwei Arme und zwei Beine haben und ich glaube auch, dass eine Kniebeuge so schnell nicht verschwindet wieder aus dem Athletikbereich.
01:44:15: Also die grundsätzlichen Dinge, wenn jemand wirklich eine grundsätzliche Orientierung braucht und einen guten Einstieg hat, hat er damit einen richtig guten Fang gemacht.
01:44:27: Ja, da werde ich den Link auch mal in die Show nur zu reinsetzen.
01:44:31: Ja, gerne, danke.
01:44:33: Aber ich weiß ja aus vertraulichen Quellen, dass dein größtes Projekt, den noch bevorsteht, nämlich du wirst promovieren, oder?
01:44:39: Und auch da lässt sich das Athletik-Training nicht los.
01:44:42: Ja, ja, ja. Also ich habe ja von der Umfrage erzählt, die wir durchführen wollen und da geht es eben grundsätzlich mal um das Berufsbild des Athletiktrainer und da geht es nichts.
01:44:56: Also es gibt international so ein paar Anrisse, aber in deutschsprachigen Raum gibt es nichts und ich finde es wichtig für einen Trainer, wenn ich jetzt egal in welcher Sportart unterwegs bin, Trainerin,
01:45:11: dass ich so eine Orientierung habe. Okay, was ist denn gängig in meinem Berufsbild, wenn ich jetzt zu einer Vertragsverhandlung bin, wenn ich das Glück habe, dass ich eingeladen werde und die wollen mit mir wirklich arbeiten,
01:45:22: dass ich dann weiß, okay, was ist gängig. Es sind halt eher Honorarvereinbarungen, gängig, oder gibt es auch Voll- oder Teilzeitverträge in dem Bereich?
01:45:30: Wie sieht die Gehaltsstruktur aus in dem Bereich?
01:45:33: Dass man da so Orientierung hat in der ersten Linie, ist unser Bestreben da für die Trainerinnen und Trainer draußen mal so eine grundsätzliche Orientierung zu geben.
01:45:47: Okay, wie sieht das aus? Wie sehen Arbeitszeiten aus? Wie sieht so ein Team aus? Kühlberkompetenzbereich haben wir so schon geredet.
01:45:57: Und vielleicht dann auch aufzudecken, wie läuft Kommunikation in so einem Team, wo läuft sie sehr gut, wo läuft sie eher schlecht?
01:46:05: Dann kann man dort eben auch direkt vielleicht mal ansetzen, dass man sagt, okay, was müssen wir da tun, dass jetzt die beiden Parts besser miteinander reden,
01:46:18: sondern Brücke schlagen. Dann gibt es noch ein Randthema, was natürlich auch immer aktuell ist. Wir haben extrem wenig Trainerinnen.
01:46:27: Also die Prozentsatz sind glaube ich 13,5 Prozent in der Athletiktrainerausbildung an Trainerinnen. Und das finde ich schade.
01:46:36: Also ich freue mich über jede Trainerin, die bei uns aufschlägt. Auch im Diplom-Trainerstudiengang.
01:46:41: Wir hatten jetzt letztens einen Kurs, da waren nur Männer drin. Das ist kaum auch zu halten. Also es ist schon schön, wenn man ein paar Damen dabei hat.
01:46:51: Aber jetzt auch bei Olympia, ich glaube Trainerinnen waren es 30 Prozent. Da sind wir noch nicht mal 50/50 wie bei den Athleten.
01:46:59: Das war ja zum ersten Mal in Paris so, dass gleich viele Frauen gleich viele Männer unterwegs waren.
01:47:07: Und das ist im Grunde genommen so der Kern meiner Arbeit, so eine Art soziologische Analyse des Berufsbildes.
01:47:13: Ich brauche keinen Doktor, also ich brauche den nicht den Titel. Aber es war dann so, dass es dann so einen schönen Mehrwert hat.
01:47:23: Das ist einerseits, wie er das dann aufbereiten in Artikel, in Veröffentlichung, was für mich extrem wichtig ist,
01:47:30: weil ich will das ja nicht unter Fischuss halten, es soll ja in erster Linie eine Serviceleistung sein für die Leute.
01:47:36: Und wenn dann für mich irgendwas dabei abfällt, dann freue ich mich. Aber auch wenn nicht, das kann ja jetzt ja noch ein langer Prozess.
01:47:43: Und wenn das jetzt nicht funktioniert, dann werde ich auch nicht traurig sein.
01:47:47: Also was es auf jeden Fall werden wird, ist, dass wir irgendwann diese Befragung nochmal komplett online dann durchführen und hoffentlich mit einem großen Rücklauf
01:47:56: und dann auch was rausgeben können, womit die Leute da draußen wirklich was anfangen können.
01:48:02: Kannst du nochmal so ein bisschen Ausblick geben, Trainerakademie, Athletiktrainerausbildung in 10 Jahren.
01:48:09: Du hast gerade gesagt, die werden wahrscheinlich noch zwei Arme und zwei Beine haben und die Kniebeuge wird auch noch dabei sein.
01:48:16: Also bei aller Schnelllebigkeit haben wir schon so ein paar Fixpunkte.
01:48:21: 10 Jahre sind halt irgendwie nicht viel. Ich erinnere mich noch, vor 10 Jahren haben wir ja mit der Athletikonferenz gestartet.
01:48:28: Da war auch Thema Berufsbild, so ein bisschen Netzwerkgedanke zusammenkommen.
01:48:35: Wir haben jetzt nicht nichts geschafft, aber auch nicht wirklich was wir vorhatten muss man eigentlicherweise zugeben.
01:48:42: Was glaubst du, wie es in 10 Jahren aussieht? Was hat sich weiterentwickelt?
01:48:48: Oder was gibt dir Hoffnung für die Zukunft? Nicht so negativ?
01:48:53: Boah, 10 Jahre, da sind ja im Leistungssport in den 10 Jahren der Wahnsinn.
01:48:58: Das ist ja eine ganze Dekade. Da werden sich noch so viel ändern, Umfeld, Sportarten, Regelnänderungen, Entwicklung, was auch immer.
01:49:12: Boah, das ist weit voraus und für die Ausbildung klar, dass wir hinterfragen uns in jedem Jahr.
01:49:20: Wir kriegen in jedem Jahr Rückmeldung, Feedback und neue Ansätze, die an uns herangetragen werden.
01:49:29: Wir prüfen die, uns schauen und wie wir das verbessern können.
01:49:35: Meine Wunschvorstellung im Optimalfall, wenn wir eine rosarote Welt machen, dann würde ich sagen, okay, es wäre toll, wenn man es schafft, eine Olympia Bewerbung auf den Weg zu bringen, jetzt übergeordnet.
01:49:49: Was, glaube ich, einer der letzten Chancen ist, den deutschen Leistungssport irgendwie in eine richtige Richtung noch zu lenken,
01:49:56: dass diese Tendenz, die wir jetzt seit Jahrzehnten haben, aufgehalten wird.
01:50:01: Und dann in dem Zuge, dass vielleicht die Ausbildung immer mehr, also noch mehr Standard wird, wie er jetzt schon ist.
01:50:11: Wir sind ja auch dabei, das im Lizenzsystem des DSB besser einzuordnen als Orientierung, deutscher Qualifizierungsrahmen.
01:50:20: Auf welchem Level ist das? Ist das ein Unterbachelor oder ist das eigentlich schon auf Bachelor-Evon?
01:50:25: Die Zugangsvoraussetzung, denen die Leute bei uns unterwegs sind, ist das ja schon, also die können wir nicht nackt zu uns, sondern die haben ja schon so einen riesen Fundus.
01:50:34: Und dann war unsere Sache noch oben drauf.
01:50:36: Ich weiß, zum Beispiel, Olympia Stützpunkte hatten irgendwann mal gesagt, wenn einer Athletiktrainer mal ein Olympia Stützpunkt sein will, dann sollte er einen sportwissenschaftlichen Abschluss haben.
01:50:46: Und die DSB Athletiktrainer Ausbildung als praxisnahe Ausbildung.
01:50:50: So was ist natürlich toll.
01:50:52: Es gibt das bei einem deutschen Handballbund, zum Beispiel, wenn eine Nachwuchszertifikat vergeben werden soll an Stützpunkten, dann wäre es gut, wenn die DSB Athletiktrainer da hätten.
01:51:00: Das würde ich mir zum Beispiel wünschen für andere Verbände auch, dass sie das mit aufnehmen als Voraussetzung für bestimmte Bereiche.
01:51:09: Und wir sind sowieso dann für alle Seiten offen, weil manchmal wird dann sagt, ja, aber dann wird der Bedarf, wird ja so immens steigen, da reagieren wir eben dann drauf.
01:51:17: Und dann kriegen wir das auch hin.
01:51:19: Also, das sind so Dinge, das würde ich mir wünschen.
01:51:25: Ja, muss man mal gucken, 10 Jahre lang.
01:51:31: Okay, bevor wir zum Ende kommen, zwei Fragen habe ich noch an Tee.
01:51:35: Ja.
01:51:37: Erst Frage. Du machst es jetzt schon einige Jahre. Gibt es denn so Geschichten oder Erlebnisse, die du mit unseren Zuhörern und Zuhörern teilen kannst, die dich so am meisten geprägt haben, die dir bis heute so vielleicht positiv im Gedächtnis geblieben sind an deinem Job und den ganzen Athletiktrainingen,
01:51:58: Thema, die dich so zu dem gemacht haben oder die dich auch durchhalten haben lassen, die dich getragen haben?
01:52:05: Also, ich glaube, das ist so grundsätzlich, wir haben ja eine extrem gute Atmosphäre.
01:52:13: Ich habe tolle Kollegen, wirklich tolle Arbeitskollegen, kann mir keine besseren wünschen.
01:52:19: Ich gehe jeden Morgen mit einem Lächeln ins Büro.
01:52:23: Das können auch nicht viele sagen. Ich habe letztens mal im Podcast gehört, dass 80% der Berufstätigen in Deutschland eben nur zur Arbeit gehen und dann wieder nach Hause und dann sind sie froh, wenn sie danach irgendwas anderes machen können, so ungefähr.
01:52:36: Das ist bei mir nicht der Fall. Also, es ist für mich nie Arbeit gewesen, so schlimm.
01:52:42: Oder es ist schön, dass es auch klingt. Also, es ist schon was, was einen wirklich erfüllt. Ich hier dann auch einen Umfeld habe, wo ich mit Leuten in Kontakt komme, die mich auch herausfordern.
01:52:56: Also, ich stehe zum Beispiel immer vom Kurs, dass ich dann sage, okay, Leute, wenn ihr dann noch Fragen habt oder wenn noch irgendwas auftaucht, irgendwas Spezielles, egal was, dann ruft mich an.
01:53:07: Ich habe zwar vielleicht keine Ahnung, aber ich kenne bestimmt irgendein verrückten Menschen, der euch da genau sagen kann, was, wie, wo und läuft.
01:53:16: Und das macht es so toll und herausfordernd.
01:53:20: Und das ist eigentlich so eine große Geschichte, die man nur so beschreiben kann hier.
01:53:32: Und ich glaube, das spürt auch jeder, der hier an die Akademie kommt, der merkt, wenn er jetzt hier in der Fortbildung ist oder in der Ausbildung ist, dass wir so einen bestimmten Spirit haben und dass wir eine erster Linie für die Leute da sind.
01:53:46: Es ist auch das Schöne, dass man eben dann kein kommerzielles Unternehmen ist, sondern dass man diese Leidenschaft dann eben auch weiter gibt.
01:53:54: Und hier haben fast jeder von uns einen leistungssportlichen Background. Daher ist das so eine große positive schöne Geschichte hier an der Akademie.
01:54:06: Okay.
01:54:08: Und letzte Frage.
01:54:11: Ich hoffe ja, dass den Podcast der ein oder andere, oder die eine oder der andere junge Mensch hört.
01:54:20: Ja.
01:54:22: Die vielleicht damit liebäugeln in dem Athletiktraining mal einzusteigen oder mit der Karriere einfach liebäugeln.
01:54:33: Hast du eine Botschaft für so junge Menschen, die damit überlegen, ob sie in den Leistungssport einsteigen?
01:54:41: Was würdest du denen mitgeben wollen? Jetzt hast du die Chance.
01:54:44: Jetzt habe ich die Chance.
01:54:46: Die Frage ist nicht neu, weil die wurden auch schon von ganz vielen jungen Menschen an mich gestellt, weil ich habe sehr, sehr lange im Nachwuchsbereich gearbeitet.
01:54:56: Und dann kommen die zu einem und fragen, ja, soll ich das machen, soll ich dies machen und hier.
01:55:02: Und ob das jetzt, ob er Ingenieur werden will oder ob sie Architektin werden möchte oder ob er Sonderpädagoge möchten will oder ob er Leistungssport und Athletik-Trainer werden will.
01:55:13: Das ist fast alles im Grunde, um auf einer Ebene anzusiedeln.
01:55:18: Also kann ich es auch von meiner persönlichen Geschichte her sagen, ich habe den Leuten dann immer gesagt, bis auf, wenn das dein Ding ist, wenn das deine Leidenschaft ist, wenn du da wirklich Bock drauf hast und dich da siehst.
01:55:32: Und dann macht das und macht es richtig und nicht nur schüchie, sondern dann hau richtig rein.
01:55:41: Dann ist es aber auch in dem Moment nichts Anstrengendes, weil man da sowieso Bock drauf hat.
01:55:45: Dann schrieb ich hier diese Leidenschaft und dass es eigentlich keine Arbeit ist.
01:55:50: Und dann kommt das auch von selbst. Und dann wird man auch erfolgreich darin.
01:55:53: Und dann wird man auch seinen Weg gehen und das ist dann völlig unabhängig davon, in welche Richtung man gehen möchte.
01:56:04: Das wäre das, was ich mitgeben kann. Und dann soll man sich auch nicht davon abbringen lassen, ob dann eher gesagt Boah, Sport, oh nee, und das kann sich hier und man hat da keine Zukunft und was auch immer.
01:56:16: Also wenn jemand leidenschaftlicher Musiker ist, dann wird auch jeder sofort sagen, das ist manchmal so Deckungsgleich.
01:56:25: Ich will Maler werden, ich will Musiker werden, was auch immer, dass man das dann das ganze Umfeld sagt, oh Gott, nein, mach was Seriöses und dann kommt er.
01:56:36: Nein, machen das, machen nichts Seriöses, kannst immer noch. Also Seriöses kannst du immer noch später werden.
01:56:43: Mach erstmal dann wirklich das, was dich antreibt und was seine Leidenschaft ist.
01:56:48: Dann hast du es wenigstens versucht, solltest du es auch nicht klappen.
01:56:52: Denn das ist das Schlimmste, wenn man nachher irgendwie bereut, dass man was nicht gemacht hat.
01:56:57: Also das hängt einem das ganze Leben lang nach.
01:57:00: Wenn man es dann wenigstens probiert hat, wenn man es draufgegangen hat, hat es alles gegeben und es hat nicht funktioniert.
01:57:07: Gut, dann kann man meistens aber auch im Frieden dann damit abschießen, ich habe jetzt alles gemacht.
01:57:12: Es ist wie bei einem Spiel, wenn man rausgeht und man hat verloren, aber man weiß, ich war jetzt echt, ich habe alles reingeworfen, ich habe alles hier auf den Platz gelassen, mehr war nicht drin.
01:57:25: Und dann kann man es auch besser überwinden, glaube ich. Das wäre mein Rat.
01:57:33: Schönes Abschlusswort. Vielen Dank.
01:57:36: Danke auch.
01:57:37: Ja, eine ganze Weile gequatscht, Thorsten.
01:57:40: Ja, euch da draußen, ich danke euch fürs Zuhören und ich bedanke mich bei Thorsten.
01:57:48: Ja, danke auch.
01:57:49: Danke, dass du das auch gemacht hast.
01:57:51: Und ich sage tschüss hier aus Köln, bis zum nächsten Mal im Pulschcast. Bis bald, euer Marc.
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